Wien (KNA) Der Wiener Kardinal Schönborn hat die Krise der Bank «Hypo Alpe Adria» als empörend bezeichnet. Dabei sei in unverantwortlicher Weise aus «Populismus und Verantwortungslosigkeit» Volksvermögen verschleudert worden, sagte Schönborn am Donnerstag in der ORF-Sendung «Licht ins Dunkel». Bei den Vorgängen, die zur Krise der Bank geführt hätten, sei «viel mutwillig kaputt gemacht» worden. Der Wiener Erzbischof drängte auf bessere Kontrollen. Die Krise fordere auch die Justiz heraus.
Der Kardinal betonte zugleich, es habe wohl keine Alternative zu den Auffangmaßnahmen zur Rettung der Bank gegeben. Ein anderes Szenario wäre noch schlimmer gewesen. Allerdings werde die Bewältigung dieser Bankenkrise die Zukunft Österreichs belasten. Die Rechnung für solche Vorgänge müssten alle Bürger zahlen. Und es treffe besonders jene, «die ohnehin schon am unteren Rand der Gesellschaft stehen».
Die Krise des sechstgrößten Bankhauses Österreichs, die mittlerweile zu hundert Prozent in Staatsbesitz ist, beschäftigt das Land seit Wochen. Auch der Freistaat Bayern war in die Krise involviert und steckte mehr als 3,7 Milliarden Euro aus Steuermitteln in das Finanzinstitut, bevor er seine Anteile an Österreich abgab.