Bad Honnef-Rhöndorf (KNA) Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) reagiert «entsetzt» auf die von der schwarz-gelben Koalition beschlossenen Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke. «Die Bundesregierung hat sich einmal mehr von der Atomlobby um den Finger wickeln lassen», sagte der KLJB-Bundesvorsitzende Wolfgang Ehrenlechner am Montag in Bad Honnef-Rhöndorf.
Die Regierung habe gezeigt, dass sie kurzfristige Wirtschaftsinteressen höher bewerte als langfristige Sicherheit, die Gesundheit der Bevölkerung und zukunftsfähige Energiekonzepte. Ehrenlechner bekräftigte die Forderung des katholischen Verbands nach einem schnellen Ausstieg aus der Kernenergie.
In dem von der Koalition ausgehandelten Kompromiss sieht die KLJB vor allem eine Bremse für den Ausbau erneuerbarer Energien. Zwar sollten sich die Konzerne verpflichten, neben der Brennelementesteuer zusätzliche Sonderbeiträge zum Ausbau von Ökostrom zu zahlen. Dies sei jedoch nicht zielführend, weil die Laufzeitverlängerung um durchschnittlich zwölf Jahre die Entwicklung hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung entsprechend verzögere, kritisierte Ehrenlechner.
Weiter bemängelte der KLJB-Bundesvorsitzende, für den zusätzlich anfallenden Atommüll könne immer noch keine sichere Endlagerung garantiert werden. Die Laufzeitverlängerung geschehe zudem gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit.