Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Einzelansicht
(kfd - Bistum Trier) Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier hat ein Umdenken im Umgang der Kirche mit Geschieden-Wiederverheirateten gefordert. Wer nach einer Scheidung noch einmal heirate, soll nach dem Willen des Verbands, dem im Bistum Trier rund 35.000 Frauen angehören, nicht wie bisher vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen werden. Das haben die kfd Vertreterinnen bei der diesjährigen Diözesanversammlung am 18. und 19. November im Trierer Robert-Schuman-Haus mitgeteilt. Bis Ende des Jahres will die kfd zur Unterstützung dieses Anliegens Unterschriften sammeln, die dann Anfang 2012 an die Deutsche Bischofskonferenz übergeben werden sollen.
„Wir sehen, wie schlimm es für Geschieden-Wiederverheiratete ist, wenn sie zum Beispiel die Kommunion nicht mehr empfangen dürfen“, begründete kfd-Diözesanvorsitzende Ilse Diewald die Aktion. Ein Ausschluss von den Sakramenten empfänden viele Betroffene als Ausschluss aus der Gemeinschaft der Gläubigen. Sie betonte, dass Sakramente nicht Belohnung für einen bestimmten Lebensweg, sondern Kraft und Stärkung im Glauben seien. Man müsse in Lehre und Praxis dazu beitragen, dass Frauen und Männer die menschenfreundliche und barmherzige Grundhaltung und Liebe Jesu erfahren könnten. Diewald betonte, dass die kfd keineswegs die Unauflöslichkeit der Ehe in Frage stelle, sondern den Umgang mit Menschen, die Brüche in ihrem Lebensweg aufwiesen. Angesichts zunehmender Zahlen von Wiederverheiratungen sei der Umgang mit Wiederverheirateten eine dringliche Alltagsfrage, die man nicht ausblenden dürfe.