London (KNA) Religionsvertreter haben die These des britischen Astrophysikers Stephen Hawking zurückgewiesen, die Erde sei ohne göttliche Hilfe entstanden. Laut einem Bericht der britischen Tageszeitung «The Times» (Freitag) sagte der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, der Glaube an Gott verlange nicht, «eine Wissenslücke mit Erklärungen zu stopfen, wie die Dinge zusammenhängen».
Physik allein werde keine Erklärung für die Existenz der Erde liefern können, so Williams weiter. Vielmehr gehe es um den Glauben an ein intelligentes Wesen, mit dessen Existenz letztendlich alles zusammenhänge. Der britische Oberrabbiner Jonathan Sacks sagte, die Bibel sei nicht daran interessiert, wie das Universum zustande gekommen sei. Dem pflichtete laut Bericht auch der katholische Erzbischof von Westminster, Vincent Nichols, bei.
Unterstützung erhielt Hawking dagegen von dem prominenten britischen Biologen Richard Dawkins. Der Darwinismus habe Gott «aus der Biologie gekickt», so der Wissenschaftler. In der Physik sei dies bislang noch nicht möglich gewesen. Hawking sei dieser «Paukenschlag» nun gelungen.
In seinem neuen Buch «The Grand Design» («Der große Plan») beschreibt Hawking, dass sich das Universum durch die Gesetze der Schwerkraft offenbar selbst habe erschaffen können. Das Buch kommt am 9. September auf den Markt.