Köln (KNA) Die katholische Kirche hält Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) vor, einem Gespräch zum Thema sexueller Missbrauch auszuweichen. Der Leiter des Katholischen Büros bei der Bundesregierung, Prälat Karl Jüsten, sagte am Dienstag dem Kölner domradio: «Im Übrigen fände ich es mal ganz gut, wenn die Frau Ministerin nicht immer nur über die Presse mit uns redet, sondern auch das anvisierte Gespräch allmählich mal in Gang bringen würde.» Die Kirche habe «schon mehrfach Versuche unternommen». Es bringe wenig, «wenn man sich die Dinge immer nur in der Öffentlichkeit um die Ohren haut».
Nach den Worten Jüstens ist der von Leutheusser-Schnarrenberger geplante Runde Tisch über sexuellen Missbrauch nur in kirchlichen Einrichtungen obsolet geworden, nachdem Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und Bundesbildungsministerin Annette Schavan (beide CDU) für ein solches Gremium alle gesellschaftlichen Gruppen einladen wollen. Jüsten zeigte sich offen für längere strafrechtliche Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch. Die Frage müssten Juristen seriös überprüfen. Auch über eine Ausdehnung der Verjährungsfrist für Entschädigungsansprüche von 3 auf 30 Jahre könne man nachdenken.