Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Einzelansicht
(domradio.de) Die beiden großen Kirchen in Deutschland fordern einen Stopp von Rüstungsexporten an repressive Regime. Im domradio.de-Interview kritisiert Prälat Karl Jüsten von der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung vor allem die geplante Lieferung von Leopard-Kampfpanzern nach Saudi-Arabien scharf.
In dem Land würden die Menschenrechte „aufs Gröbste verletzt“, sagte der katholische Vorsitzende des Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE), Karl Jüsten. Durch das Waffengeschäft werde die Rüstungsdynamik in der Region weiter angeheizt. Jüsten äußerte sich bei der Vorstellung des 15. Rüstungsexportberichts der GKKE.
Laut dem Bericht exportierte Deutschland im Jahr 2010 Kriegswaffen im Wert von über zwei Milliarden Euro. Das sei eine Steigerung von 50 Prozent im Vergleich zu 2009, als Waffen im Wert von rund 1,3 Milliarden Euro ausgeführt wurden. Die Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter, also noch ausstehende Exporte, gingen mit rund 4,75 Milliarden Euro hingegen leicht zurück: Im Jahr 2009 wurden Ausfuhrgenehmigungen im Gegenwert von rund fünf Milliarden Euro erteilt. Grundsätzlich jedoch hätten Genehmigungen in Staaten, die nicht die geltenden EU-Kriterien für Waffenlieferungen erfüllten, deutlich zugenommen. Mehr