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10.09.10 16:40

Koranverbrennung in Florida offenbar verschoben, nicht abgesagt

 

Washington (KNA) Der US-Pastor Terry Jones will nun offenbar doch an der umstrittenen Koranverbrennung festhalten. «Wir sagen die Veranstaltung nicht ab, aber wir setzen sie aus», sagte er laut US-Medienberichten (Freitag). Zuvor hatte Jones angekündigt, das Unternehmen nicht umzusetzen. Seinen Rückzug begründete er damit, dass sich angebliche Voraussetzungen für die Absage nun wieder geändert hätten.

Jones hatte sich auf eine angebliche Vereinbarung mit der muslimischen Gemeinde in New York berufen, wonach der umstrittene Bau einer Moschee nahe dem «Ground Zero» bei einer Absage der Bücherverbrennung ausgesetzt werden solle. Die beteiligten Muslime zeigten sich daraufhin überrascht und dementierten den Kompromiss.

Der für den Moscheebau verantwortliche Imam Feisal Abdul Rauf hatte am Donnerstag vor den Konsequenzen eines Rückzugs der Baupläne gewarnt. «Wenn wir das Gebetshaus jetzt stoppen, übergeben wir den Radikalen das Ruder». Islamisten weltweit würden in einem Scheitern des Baus eine Niederlage des Islam sehen; das bedrohe die Sicherheitslage der USA.

Ungeachtet der Verschiebung der Koranverbrennung von Jones, will ein anderer Pastor an seiner für den 11. September angekündigten Koranverbrennung festhalten, berichtete die Zeitung «The Tennessean» am Freitag auf ihrer Internetseite. Reverend Bob Old, ein früherer Baptistenpastor und derzeit Leiter einer fundamentalistischen Gruppe namens Disciples of Christ (Jünger Christi) im Bundesstaat Tennessee, wolle zum Jahrestag der Terroranschläge auf seinem Grundstück eine Ausgabe des Koran verbrennen und ein Video davon ins Internet stellen.

Unterdessen gab es weltweit Proteste. In Afghanistan versammelten sich tausende Menschen vor einem Bundeswehrstützpunkt und demonstrierten gegen eine mögliche Koranverbrennung in den USA. Dabei wurde ein Demonstrant getötet. Präsident Karzai sagte, wenn die Verbrennung in Florida tatsächlich stattfinden solle, sei das ein «Affront» und verletze alle Muslime weltweit.

Jones und seine evangelikale Gruppe Christian Dove World Outreach Center hatten angekündigt, am Samstag zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September vor ihrem Gemeindehaus in Gainesville rund 200 Ausgaben des Koran zu verbrennen. Sie lösten damit weltweit Proteste von Sprechern verschiedener Religionen aus. In Afghanistan und Indonesien wurden US-Flaggen verbrannt. Die Spitzen der US-amerikanischen Politik warnten vor einer großen Gefahr für die nationale Sicherheit und die US-Soldaten im Einsatz. Präsident Barack Obama sagte ein «Bonanza an Rekrutierungen» für das islamistische Terrornetzwerk El Kaida voraus, sollten die Koranverbrennungen stattfinden.


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