Vatikanstadt (KNA) Die Seligsprechung des Konvertiten John Henry Newmans (1801-1890) ist laut Vatikansprecher Federico Lombardi kein Affront gegenüber den Anglikanern. Lombardi sagte am Freitag in Rom zu Journalisten, dass es sich weder in den Kontakten mit der Regierung noch mit Religionsvertretern als Problem erwiesen habe, dass Papst Benedikt XVI. Newman bei seiner Großbritannienreise zu Ehren der Altäre erhebe. Vielmehr gelte Newman als eine große Gestalt für das britische Christentum insgesamt. Newman war 1845 von der anglikanischen zur katholischen Kirche konvertiert und wurde später Kardinal.
Als denkbar bezeichnete Lombardi ein Treffen des Papstes in England mit Missbrauchsopfern. Allerdings seien derartige Treffen bislang nie vorab angekündigt worden, um einen Rahmen der Diskretion zu ermöglichen. Gelassen äußerte sich der Sprecher gegenüber möglichen Protesten am Rande des Papstesbesuchs. Kritische Stimmen zu Papstreisen habe es in der Vergangenheit in vielen Ländern gegeben. Auch jetzt scheine es sich um eine kleine Minderheit zu handeln.
Die Papstreise vom 16. bis 19. September nach Edinburgh, Glasgow, London und Birmingham werde von britischer Seite protokollarisch als Staatsbesuch behandelt. In der Sache entspreche die Reise jedoch im wesentlichen den bisherigen Reisen des Papstes,so Lombardi. Auch Johannes Paul II., der 1982 «nur» zu einer Pastoralreise nach Großbritannien kam, sei von der Regierung eingeladen worden und im Buckingham-Palast mit Königin Elisabeth II. zusammengetroffen.