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28.10.09 17:26

Neue EKD-Ratsvorsitzende will «Ökumene in unserem Land stärken»

 

Ulm (KNA) Die neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, will sich um ein «gutes ökumenisches Miteinander» bemühen. «Ich will die Ökumene in unserem Land stärken, weil uns mehr verbindet als uns trennt», sagte Käßmann am Mittwoch vor Journalisten in Ulm.

Besonders wichtig sei ihr überdies, den Reformprozess in der evangelischen Kirche zu stärken und die Gemeinden bei der Erneuerung zu ermutigen. Die grundsätzliche Ausrichtung der EKD werde sich unter ihrem Vorsitz nicht ändern, betonte Käßmann unter Verweis auf ihren Vorgänger Wolfgang Huber. Allerdings bringe sie als ehemalige Gemeindepfarrerin in das Amt andere Erfahrungen ein als der frühere Hochschullehrer Huber.

Weiter meinte Käßmann, sie verstehe ihre Wahl auch als Zeichen dafür, dass es in der evangelischen Kirche aus biblischer Sicht möglich sei, «dass Frauen wie Männer jedes Amt wahrnehmen können». Zugleich wandte sie sich dagegen, davon Veränderungen in der katholischen Kirche zu erwarten. Reformen müssten immer aus dem Inneren einer Kirche kommen, so die Bischöfin. Eine Kirche solle nicht einer anderen Kirche sagen, «was Kirche ist».

In einem Interview mit dem SWR hatte Käßmann zuvor betont, die evangelische Kirche wolle sich weiterhin für eine menschenwürdige Pflege und gegen Bildungsarmut engagieren. Zugleich forderte sie, den Mitgliederschwund der Kirchen nicht zu dramatisieren. Als Bischöfin wolle sie weiterhin für einen Beitritt werben. Die Menschen bräuchten eine «Tankstelle für die Seele», sagte die Hannoversche Landesbischöfin.

Die Präses der EKD-Synode, Katrin Göring-Eckardt, bezeichnete die weibliche Doppelspitze der EKD als «wunderbar normal evangelisch». In der Wahl des neuen Rates zeige sich eine «moderne, offene, dialogische, begeisternde Kirche, die wir zusammen leiten wollen». Käßmann werde «mit intellektueller Schärfe und gewinnender Herzenswärme» das Gesicht dieser Kirche prägen.


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