London (KNA) Britische Medien geben zunehmend kritischen Stimmen zum Besuch von Papst Benedikt XVI. Mitte September Raum. Neue Kritik richtete sich am Dienstag gegen die Ankündigung des irischen Kardinals Sean Brady (71), den Papst auf seiner Reise begleiten zu wollen. Der Vorsitzende der Irischen Bischofskonferenz war im Zuge des Missbrauchsskandals zum Rücktritt aufgefordert worden, weil er als Gemeindepriester Mitte der 70er Jahre an der Vertuschung eines Missbrauchsfalls beteiligt gewesen sein soll.
Die Tageszeitung «Daily Telegraph» spekuliert, Bradys Entscheidung werde in England die Proteste während der Papstreise verschärfen, da England bislang vom Ausmaß des irischen Skandals verschont geblieben sei. Das Blatt zitiert den Vorsitzenden der Nationalen Säkularen Gesellschaft, Terry Sanderson, mit den Worten, die Ankündigung Bradys spiegele die «Arroganz» wider, «die so vielen in der Hierarchie der katholischen Kirche zu eigen» sei. Sollte der Papst dem Kardinal erlauben, ihn zu begleiten, käme dies einer «wortlosen Billigung» seines Verhaltens gleich, so Sanderson. Jemand wie Brady dürfe nicht in seinem Amt verbleiben.
Die Säkularistenvereinigung plant Proteste während des viertägigen Papstbesuchs. Benedikt XVI. reist vom 16. bis 19. September nach Großbritannien. Seine Besuchsstaationen in Schottland und England sind der erste Staatsbesuch eines Papstes der Neuzeit in Großbritannien.
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