Vatikanstadt (KNA) Nach seinem Treffen mit Missbrauchsopfern auf Malta hat Papst Benedikt XVI. weitere Konsequenzen im Kampf gegen sexuellen Missbrauch angekündigt. Er habe mit den Betroffenen gebetet, sagte der Papst am Mittwoch auf dem Petersplatz in Rom. «Dabei habe ich ihnen versichert, dass die Kirche handelt.»
Es war die erste öffentliche Äußerung des Papstes zu dem Thema seit seiner Rückkehr aus Malta. Während seiner Visite am vergangenen Wochenende war er abweichend vom Besuchsprogramm mit acht ehemaligen Zöglingen eines Waisenhauses zusammengekommen, die als Minderjährige von Klerikern sexuell missbraucht worden waren. Das etwa 25-minütige Treffen fand unter strenger Diskretion in der Kapelle der päpstlichen Nuntiatur in Rabat statt.
Unterdessen wird der Vatikan einem Bericht der BBC zufolge am Donnerstag das Rücktrittsgesuch eines irischen Bischofs im Zuge des dortigen Missbrauchsskandals annehmen. Der Oberhirte von Kildare und Leighlin, James Moriarty, hatte diesen Schritt bereits im Dezember angeboten. Er war von 1991 bis 2002 Weihbischof im Erzbistum Dublin.
Der Diözese waren in einem Bericht der sogenannten Murphy-Kommission schwere Versäumnisse vorgeworfen worden. Insgesamt wurde demnach über mehr als 30 Jahre lang Kindesmissbrauch durch Geistliche systematisch vertuscht. Auch Moriarty soll während seiner Amtszeit als Weihbischof in Dublin Verdachtsfälle nicht ordnungsgemäß gemeldet haben.