Vatikanstadt (KNA) Papst Benedikt XVI. hat egoistisches Denken unter Benins Politikern getadelt. «Das Streben nach persönlichem Vorteil zum Schaden des Gemeinwohls ist ein Übel, das öffentlichen Institutionen seit langem zu schaffen macht und die ganzheitliche menschliche Entwicklung hemmt», erklärte er beim Antrittsbesuch des neuen Botschafters aus dem westafrikanischen Land am Freitag.
Als «wachsames Gewissen» der Nation müssten die Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für Transparenz und für die Einhaltung ethischer Standards sorgen, so Benedikt XVI. Zudem gehe es darum, die Einheit der Nation und die Harmonie in den Familien zu wahren. Voraussetzung für den sozialen Frieden sei eine «wahrhafte Brüderlichkeit», betonte der Papst.
Der neue Botschafter Benins beim Heiligen Stuhl, der 56-jährige Comlanvi Theodore Loko, war nach einer juristischen und diplomatischen Ausbildung lange Jahre als Dozent für Öffentliches Recht und Politikwissenschaft tätig. Unter anderem vertrat er sein Land bei internationalen Abrüstungskonferenzen. Zuletzt arbeitete er in der Grundsatzabteilung des Außenministeriums.
Von den rund 8,2 Millionen Einwohnern Benins sind nach vatikanischen Angaben etwa 2,4 Millionen Katholiken. In den vergangenen Jahren war es in Benin wiederholt zu schwerwiegenden politischen Auseinandersetzungen gekommen, die eine effiziente Regierungsarbeit zeitweilig stark behinderten.