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21.01.10 12:05

Piusbrüder bedanken sich beim Papst und hoffen auf Einigung

 

Stuttgart (KNA) Der Leiter der Piusbruderschaft in Deutschland, Franz Schmidberger, hat Papst Benedikt XVI. für die Aufhebung des Kirchenausschlusses von vier Traditionalistenbischöfen vor einem Jahr gedankt. Die Entscheidung sei ein «mutiger» und «richtungsweisender» Schritt gewesen, sagte Schmidberger in einem am Donnerstag in Stuttgart veröffentlichten Video.

Der mittlerweile im Vatikan begonnene Dialog mit der Bruderschaft könne zu einer Einigung führen, da die Piusbrüder erstmals «in Ruhe die Bedenken gegen gewissen Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils vortragen» könnten, so Schmidberger. Bei den Dialoggesprächen stehe die Gesundung der gesamten katholischen Kirche auf dem Spiel: «Es geht um das Seelenheil unzähliger Menschen.»

Schmidberger «bedauerte zutiefst», dass das theologische und pastorale Anliegen des Papstes durch ein «unwürdiges Medienspektakel» um die Aussagen zum Holocaust des Traditionalistenbischofs Richard Williamson verdunkelt worden sei. Dieser hatte in einem Interview den Holocaust geleugnet.

Schmidberger betonte, die Piusbruderschaft wolle gemeinsam mit dem Papst der «Diktatur des Relativismus» und der «Entchristlichung Europas» Einhalt gebieten. Falls ein Teil der Bischöfe und der Katholiken dieses Ziel unterstütze, «dann kann die Kirche an Haupt und Gliedern erneuert werden», sagte der Distriktobere der Bruderschaft in Deutschland, der zum Gebet für eine christliche Gesellschaft aufrief: «Europa muss wieder christlich werden. Lasst uns Deutschland dem Reich des Christkönigs und seiner unbefleckten Braut, der einen, heiligen, katholischen und apostolischen und römischen Kirche zurückgeben.»

Papst Benedikt XVI. hatte vor einem Jahr, am 21. Januar 2009, die Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft aufgehoben, um einen Dialog mit der ultrakonservativen Gruppierung zu beginnen. Die 1969 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründete Priesterbruderschaft Sankt Pius X. lehnt zentrale Kirchenreformen des 20. Jahrhunderts ab, insbesondere die erneuerten Gottesdienstformen, die Religionsfreiheit und die Ökumene als Dialog mit den Konfessionen und Religionen.


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