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21.01.10 13:50

Prozess gegen Williamson frühestens Mitte März

 

Regensburg (KNA) Der Prozess gegen den britischen Traditionalisten-Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson wegen Volksverhetzung wird frühestens Mitte März vor dem Regensburger Amtsgericht stattfinden. Der genaue Termin soll noch im Januar bestimmt werden, sagte Justizsprecher Thomas Frick am Donnerstag auf Anfrage und bestätigte damit einen Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR). Die Verhandlung ist nötig, nachdem Williamson im November über seinen Anwalt Einspruch gegen einen Strafbefehl über 12.000 Euro eingelegt hatte.

Aufgrund des erwarteten Andrangs von Medienvertretern soll der Prozess im größten Sitzungssaal der Regensburger Justiz, im Schwurgerichtssaal des Landgerichts stattfinden. Ob Williamson persönlich erscheinen wird, ist nach Angaben von Frick derzeit unklar.

Der Brite Williamson hatte in einem Interview die Zahl der von den Nazis ermordeten Juden auf höchstes 300.000 beziffert und die Existenz von Gaskammern bestritten. Das Gespräch mit dem schwedischen Fernsehen wurde in einem Priesterseminar der traditionalistischen und von Rom nicht anerkannten Piusbruderschaft im bayerischen Zaitzkofen geführt. Nach Veröffentlichung des Interviews wurde bei der Staatsanwaltschaft in Regensburg im Januar vergangenen Jahres ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Zwar verweigerten die Journalisten die Aussage zu den Umständen des Interviews, der TV-Sender bestätigte jedoch in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft, dass es mit Williamson keinerlei Absprachen gegeben habe, das Interview nur in Schweden zu senden. Der britische Traditionalist hatte zuvor über seinen Anwalt bestritten, vorsätzlich gegen deutsches Recht verstoßen zu haben. Er habe gegenüber den Fernsehjournalisten darauf bestanden, dass das Interview mit ihm nur in Schweden gesendet werden dürfe. Dort ist die Leugnung des Holocaust nicht strafbar.


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