Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Einzelansicht
Speyer (KNA) Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer, wird am Sonntag 50 Jahre alt. Feiern will er ganz schlicht im Kreis seiner Familie, wie er in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) betonte.
In seinen ersten beiden Amtsjahren in Speyer trat Wiesemann nur selten über die Region hinaus in Erscheinung. Er begründete dies damit, dass er «zuerst das Bistum verstehen, die Gemeinden vor Ort kennenlernen und vor allem zuhören» wolle. Wiesemann wird bescheinigt, Mitarbeiter vor Ort und in der Bistumsleitung motivieren zu können.
Sich selbst beschreibt Wiesemann als «Generation Johannes Paul II.» Als prägende theologische Persönlichkeiten nennt er Hans Urs von Balthasar, Romano Guardini und Karl Rahner. Deutlich grenzt sich der musisch und kulturell interessierte Bischof theologisch und politisch von jeder Form von Fundamentalismus ab.
Mit Blick auf den Missbrauchsskandal plädiert Wiesemann dafür, sich Kritik anzuhören und mit den Menschen zu sprechen. Wörtlich sagte er: «Wenn wir gradlinig unsere Schwierigkeiten lösen, können wir einen Beitrag dazu leisten, tiefer gehend und gesamtgesellschaftlich Veränderungen zu bewirken. Pädophilie gibt es nicht nur in kirchlichen Strukturen. So kann diese Krise einen Sinn für alle entfalten und ein gemeinsames Bewusstsein für ein hoch sensibles und wichtiges Thema schaffen.»
Der im ostwestfälischen Herford geborene Wiesemann studierte Theologie und Philosophie in Paderborn und Rom und wurde 1985 in der Ewigen Stadt zum Priester geweiht. Von 1986 bis 1990 war er Vikar. Dann ging er erneut nach Rom und schloss das Studium 1995 mit der Dissertation ab. Wiesemann war Pfarrer im westfälischen Menden und Brilon, als ihn Papst Johannes Paul II. 2002 zum Weihbischof in Paderborn ernannte. Papst Benedikt XVI. berief ihn Ende 2007 zum Bischof von Speyer. In der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland repräsentiert Wiesemann als stellvertretender Vorsitzender die Bischofskonferenz.