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09.03.10 15:45

Vatikan: Klärung der Missbrauchs-Krise auf einem guten Weg

 

Vatikanstadt (KNA) Vatikansprecher Federico Lombardi sieht die Bewältigung der Missbrauchskrise durch die Kirche in Deutschland und Österreich auf einem guten Weg. Die Bischofskonferenzen und Ordensleitungen hätten unverzüglich und entschlossen auf das Problem reagiert, sagte Lombardi am Dienstag in Radio Vatikan. Die Anschuldigungen sexuellen Missbrauchs allein auf die Kirche zu konzentrieren, verfälsche jedoch die Perspektive, betonte der Jesuit.

Die kirchlichen Einrichtungen hätten Willen zur Transparenz gezeigt und durch ihre Aufforderung an die Opfer, sich zu melden, die Aufdeckung des Umfangs der Missbrauchsfälle beschleunigt. Das Krisenmanagement sei richtig gestartet, indem es die Anerkennung des Vorgefallenen und die Sorge für die Opfer an den Anfang gestellt habe.

Ausdrücklich stellte Lombardi sich hinter die Initiative eines «Runden Tischs», wie er von der deutschen Familienministerin vorgeschlagen worden sei. «Die Kirche ist natürlich bereit, daran teilzunehmen und sich zu engagieren», so der Vatikansprecher. Möglicherweise könne die «schmerzvolle Erfahrung» der Kirche auch «ein nützlicher Beitrag für andere sein». Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe das ernste und konstruktive Bemühen der Kirche anerkannt.

Das Kirchenrecht betrachte das Verbrechen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger als «eines der schwersten von allen». Die Kirche sei sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, müsse aber auch für eine kirchenrechtliche Klärung in ihrem Binnenbereich Sorge tragen. Lombardi verwies dabei auf das Papst-Dekret «De delictis gravioribus» (Über schwerwiegende Vergehen) von 2001. Dieses Dokument werde unzutreffenderweise als Grund für eine «Kultur des Schweigens» in der Kirche genannt.

«Wer es kennt und versteht, um was es sich dreht, weiß, dass es ein entschiedenes Signal war, um den Bischöfen die Schwere des Problems ins Bewusstsein zu rufen und konkrete Impulse zu Leitlinien für den Umgang damit zu geben», so der Vatikansprecher. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte zuvor der katholischen Kirche eine Kultur des Schweigens vorgeworfen. Sie bezog sich dabei auf die von Johannes Paul II. und dem damaligen Glaubenspräfekten Kardinal Joseph Ratzinger verfassten Normen von 2001.


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