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13.01.10 16:20

Weihbischof Jaschke: Steinbach spricht nicht für alle Vertriebenen

 

Hamburg (KNA) Der Hamburger katholische Weihbischof Hans-Jochen Jaschke hat der Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach das Recht abgesprochen, im Streit um die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung im Namen aller Vertriebenen zu sprechen. In der Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit» forderte der Bischof Steinbach auf, den Streit um die Besetzung des Stiftungsrates zu beenden: «Frau Steinbach muss wissen, dass ihr Name, warum auch immer, Anlass zu Verhärtungen und Frontbildungen gibt.» Sie möge daher «Größe zeigen und sich zurücknehmen».

Jaschke ist selbst Mitglied im Rat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Er wurde 1941 in Oberschlesien geboren und war 1945 mit seiner Mutter von dort geflüchtet. Der Weihbischof kritisierte die jüngsten Forderungen und Bedingungen Steinbachs: «Es ist kein guter Stil, mit Schlagzeilen und Erklärungen über die Medien ein auf Sensibilität und Klugheit angewiesenes Werk neu in den Meinungsstreit hineinzuziehen. Vernunft hat keine Chance, wenn die Emotionen das Feld beherrschen.»

Steinbach hatte in der vergangenen Woche erklärt, sie sei bereit, auf einen Sitz im Stiftungsrat zu verzichten, wenn die Bundesregierung im Gegenzug auf ihren Einfluss verzichte und der Bund der Vertriebenen (BdV) mehr Sitze als bislang geplant zugesprochen bekomme.

Jaschke verteidigte die bisherige Konstruktion der Stiftung, in der die Bundesregierung die Verantwortung trägt und die Mitglieder des Stiftungsrats bestätigen muss. «Druck von außen und unsauberer Stimmungsmache sollten wir selbstbewusst widerstehen, aber auch dem aktuellen Druck, wie er jetzt von einer Seite erhoben wird», schreibt der Weihbischof. Er protestiere dagegen, dass die Idee einer Versöhnung gefährdet werde - «als Bürger, als Schlesier, als Mensch in kirchlicher Verantwortung».


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