Bonn (KNA) Ein Jahr nach der Aufhebung seiner Exkommunikation durch den Papst hat sich der britische Holocaust-Leugner und Traditionalistenbischof Richard Williamson wieder zu Wort gemeldet. Er verurteilte nach einer per Internet verbreiteten Videobotschaft (www.dailymotion.com) das Gespräch zwischen der traditionalistischen Piusbruderschaft und dem Vatikan als einen «Dialog der Taubstummen».
Die zwei Lehren seien so unvereinbar wie die Behauptungen «2 plus 2 gleich 4» und «2 plus 2 gleich 5» unvereinbar seien, sagte der Bischof in dem zeitlich nicht genau zu bestimmenden Video, in dem er vor einem Weihnachtsbaum sitzt. Entweder würde die Bruderschaft die Wahrheit aufgeben, oder Rom bekehre sich. Die dritte Möglichkeit sei, dass man sich darauf einige, dass 2 plus 2 entweder 4 oder 5 ergäben. Das sei falsch und nicht akzeptabel, so Williamson.
Im Vatikan hatte am Montag die zweite Gesprächsrunde mit der traditionalistischen Piusbruderschaft zur Klärung strittiger Lehrfragen getagt. Zu den Inhalten des Treffens wollte Kommissionsseketär Guido Pozzo keinerlei Angaben machen. Die nächste turnusmäßige Verhandlung ist für Ende März geplant.
Weiter äußerte sich Williamson in dem Interview über den Dialog zwischen Islam und Christentum, über den Iran und andere politische und religiöse Fragen. Auf die Frage, ob Israel ein legitimer Staat sei, antwortete Williamson: «Jedermann glaubt, dass dieser Staat legitim ist.» Aber das müsse nicht notwendigerweise bedeuten, dass das auch so sei. In früheren Äußerungen hatte er behauptet, der Holocaust sei «von den Juden erfunden» worden, «damit ihr neuer Staat Israel akzeptiert wird».
Williamson gehört zur traditionalistischen Piusbruderschaft. Der Brite war weltweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem er im Januar 2009 in einem Fernsehinterview den Holocaust geleugnet hatte. Williamson führte das 13-minütige Interview mit dem Franzosen Pierre Panet. Dieser hatte bei den Europawahlen für eine antizionistische Liste des französischen Komikers Dieudonne kandidiert.