München (KNA) Karl Wallner (46), österreichischer Zisterziensermönch und Chartstürmer, hat einen Einstellungswandel der Öffentlichkeit zu Ordensleuten festgestellt. Jugendliche fänden das Ordensgewand seit einiger Zeit nicht nur exotisch, sondern auch «cool», schreibt der Pater in der Februar-Ausgabe des in München erscheinenden «Klerusblatts». Wallner vermutet einen Zusammenhang mit Fernsehserien wie «Lasko - Die Faust Gottes», in der ein Mönch und Kampfsportler die Hauptrolle spielt. Diese Kombination sei zwar «Schwachsinn», aber er habe das Gefühl, «dass die Medien die Corporate Identity, die in unserem geistlichen Gewand steckt, oft besser erkannt haben, als wir Gottgeweihten selbst».
Wallner ist Rektor der Päpstlichen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz bei Wien. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde er durch gregorianische Gesänge für die CD «Chant - Music for Paradise». Die Aufnahme geriet zu einem Verkaufsschlager.
Ordensleute würden heute viel selbstverständlicher wahrgenommen als noch vor einigen Jahren, schreibt der Mönch. Dies liegt seiner Ansicht nach am gesellschaftlichen Trend zur Multikulturalität. «Man sieht ja auch überall andere Leute, die exotisch, fremdländisch oder einfach nur originell gekleidet sind.» Er selbst trage den Habit seit 28 Jahren, nicht nur im Kloster, sondern auch in der Öffentlichkeit, und habe damit fast nur positive Erfahrungen gemacht.
Das Ordensgewand erleichtert nach der Erfahrung des Paters den Kontakt zu anderen Menschen. Bei fast jeder Bahnfahrt komme es zu religiösen Gesprächen, schon mehrfach habe er mitten auf der Straße Trauungsringe segnen müssen. Einmal habe ihn ein fremder Jugendlicher in der U-Bahn angesprochen, ob er mal ins Kloster kommen könne. «Er ist inzwischen eingetreten und ein wertvoller Mitbruder.»