Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Die besten Papst-Bücher

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Samstag, 11. Februar 2012 Anselm
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Benedikt XVI. – Der deutsche Papst

Bücher vom Papst und über den Papst

Mit dem Buch "Jesus von Nazareth" hat Benedikt XVI. einen Bestseller geschrieben.  Die Jesus-Biografie verdrängte sogar Band 7 der "Harry Potter"-Reihe kurzfristig von Platz 1 der Verkaufs-Hitliste im Internet. Welche Bücher des Bestseller-Papstes Sie unbedingt lesen sollten und auf welche Sie verzichten können

 

Einführung in das Christentum.
Kösel, 366 Seiten, 21,95 Euro

Die „Einführung“, erstmals 1968 veröffentlicht, gilt als Ratzingers „progressivste“ Veröffentlichung, aus heutiger Sichtweise nicht immer zu Recht. Dennoch ist sie mittlerweile ein Standardwerk und eine überaus fundierte und kundige Grundlegung des christlichen Glaubens. Der Aufbau folgt größtenteils dem Glaubensbekenntnis. Ratzinger blickt auf die Kernbereiche des christlichen Glaubens wie die Personalität Gottes oder die Sinnhaftigkeit der Schöpfung. Dieses Werk eignet sich weniger für Einsteiger, schon die Fachausdrücke stellen einen gewissen Anspruch. Das Buch ist aber ein Muss für jeden, der sich auf hohem Niveau mit den philosophischen und theologischen Aspekten des Christentums auseinandersetzen will. In diesem Werk zeigt sich die gesamte Klarheit, aber auch das unglaubliche Wissen des jetzigen Papstes.

 
 

Werte in Zeiten des Umbruchs.
Herder, 160 Seiten, 16,90 Euro

„Werte in Zeiten des Umbruchs“ veröffentlichte Joseph Kardinal Ratzinger kurz vor der Wahl zu Papst Benedikt XVI. Dieses Buch stellt eine kompromisslose Analyse der Moral in unserer Gesellschaft dar. Vor dem Hintergrund der Debatte über die europäische Verfassung lohnt sich dieses Buch auch für politisch interessierte Leser. Der anschauliche Schreibstil ist leicht verständlich. Ratzinger führt hier seinen Kampf vor allem gegen den Relativismus („Verneinung einer absolut verbindlichen Wahrheit“), aber auch gegen den Nihilismus („Verneinung aller Werte“) fort. Kernpunkt ist sein Versuch, die „Wertetafel zu komplettieren“ und „Grundwerte zu begründen, die nicht dem Spiel von Mehrheit und Minderheit unterworfen sind“.

 

Salz der Erde.
Heyne, 304 Seiten, 8,95 Euro

Das Gespräch mit dem Journalisten Peter Seewald über Kirche und moderne Gesellschaft und über Persönliches ist in einigen Passagen zu kurz geraten. Die Form des Interviews gewährleistet hohe Verständlichkeit, wenngleich an einigen Stellen man sich noch mehr Tiefgang gewünscht hätte. Die große Stärke des Werkes von 1996 sind überraschende Aussagen wie „Es gibt so viele Wege zum Heil, wie es Menschen gibt“. Zudem sind die persönlichen Einblicke in das Innenleben eines tief Gläubigen ebenso beeindruckend wie das bisweilen schonungslose Eingeständnis von Schwächen der Kirche sowie der realistisch-nüchterne Ausblick in die Zukunft. Und damit ist diese Buch ohne Zweifel ebenfalls eine Muss für alle, die sich mit der Glaubenswelt von Papst Benedikt XVI. auseinandersetzen wollen.

 

 

Gott und die Welt. Glauben und Leben in unserer Zeit.
Droemer Knaur
, 494 Seiten, 9,90 Euro
Das zweite Gespräch mit Peter Seewald, im Jahr 2000 publiziert, ist wieder an einigen brisanten Stellen zu kurz geraten, etwa bei der Frage über die Bedeutung des Leidens im Christentum. Im Zentrum stehen die drei großen Themen Gott, Christus und die Kirche. Die Sprache ist trotz der Komplexität der Themen leicht verständlich, das Buch deshalb auch für Einsteiger geeignet. Seewald gelingt es erneut, komplizierte Themen wieder in das öffentliche Bewusstsein zu heben. Sein Verdienst: Er führt hier den wichtigen Versuch weiter, den er bereits in „Salz der Erde“ begonnen hatte. Seewald führt mit einem der brillantesten Intellektuellen des Christentum ein Interview, das den damals oft verkannten Kardinal Ratzinger als einen sehr klaren und keinesfalls halsstarrigen Gesprächpartner zeigt.

Aus meinem Leben.
DVA, 192 Seiten, 10 Euro

Die 1998 erschienene Autobiografie ist einfach und ohne Selbstbeweihräucherung geschrieben. Es begegnet einem ein bescheidener und hoch sensibler Mensch. Der Rückblick auf schöne Zeiten, aber auch auf Lebenskrisen, ist für jeden, der sich dem Menschen Ratzinger nähern will, geeignet. Einziger Wermutstropfen: Die Schilderung endet 1977, die Zeit in Rom bleibt also unbeleuchtet.

 

 

 

 

Glaube, Wahrheit, Toleranz. Das Christentum und die Weltreligionen.
Herder, 224 Seiten, 16,90 Euro

Papst Benedikt XVI. hat den „interreligiösen Dialog“ als ein vornehmliches Anliegen seines Pontifikats bezeichnet, womit diese Synthese aus verschiedenen Beiträgen an Bedeutung gewinnt. Größtenteils ist das Buch von 2003 für ein Fachpublikum bestimmt. Im Vordergrund steht die „Wahrheitsfrage“, sie ist für Ratzinger der entscheidende Punkt im interreligiösen Dialog.

 

 

 

 

„Der Geist der Liturgie“.
Herder, 208 Seiten, 18,90 Euro

 Das Buch, publiziert 2000, lehnt sich an Guardinis Klassiker „Vom Geist der Liturgie“ (1918) an. Ratzinger möchte so eine „Bewegung zu Liturgie hin“ anstoßen. Seine Vorschläge sind sicherlich nicht unstrittig, allerdings wie gewohnt sorgfältig begründet.

 

 

 

 

 

Gott ist Liebe. Die Enzyklika "Deus caritas est".
Herder, 138 Seiten, 9,90 Euro

Benedikt XVI. ist ohne Zweifel einer der brillantesten Theologen, der jemals auf dem Papststuhl saß. Mit umso größerer Spannung erwartet die Öffentlichkeit seine erste Enzyklika „Deus caritas est“. Tatsächlich wird die Veröffentlichung am 25. Januar 2006 ein voller Erfolg. Der Heilige Vater hat die „Liebe“ in das Zentrum seiner Schrift gestellt, für viele mehr als eine symbolische Geste. Denn „Deus caritas est“ erinnert die Kirche an ihre Grundaufgabe, der Heilige Vater schreibt: „Die Liebe zu verwirklichen und damit das Licht Gottes in die Welt einzulassen – dazu möchte ich mit diesem Rundschreiben beitragen.“

 

 

Jesus von Nazareth.
Herder, 447 Seiten, 24 Euro

Niemand konnte „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling vom Bestseller-Thron stoßen. Niemand außer Papst Benedikt XVI. Das erste Mal hat ein Papst über Jesus Christus geschrieben, das Werk erscheint bei Herder und wird in über 30 Sprachen übersetzt. Benedikt XVI. stellt vorab klar, dass das Buch kein lehramtlicher Akt, sondern Ausdruck seiner ganz persönlichen Suche nach Jesus Christus ist. Eine Suche freilich, die wie erwartet auf hohem Niveau ausfällt. Das Buch ist Summe eines langen Lebens. Und zwar das Leben eines brillanten Theologen. Benedikt XVI. macht sich von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung auf die Spuren Christi. Er begreift Jesus immer schon als Christus. Und er will uns zeigen, dass Jesus, sein Leben und seine Botschaft aktuell sind, aktuell sein müssen. Der Heilige Vater macht klar, dass Jesus sterben musste, weil „er sich mit dem lebendigen Gott selbst auf eine Stufe zu stellen schien“. Diese Einheit ist für Benedikt XVI. nicht antastbar, für ihn ist die „Gottbezogenheit und Gottverbundenheit Jesu“ wesentlich für unseren Glauben. Wenn wir das vergessen, und das ist die klarste und deutlichste Warnung des päpstlichen Buches, „wird der christliche Glaube als solcher aufgehoben und in eine andere Religionsform umgeschmolzen.“ Dies abzuwenden, steckt auch hinter dem persönlichsten Buch des Papstes.

 

 

Auf Hoffnung hin gerettet. Die Enzyklika "Spe salvi".
Herder, 159 Seiten, 9,90 Euro

Die Enzyklika „Spe salvi“ greift mitten in unser Leben und zeigt auf die verlorene Hoffnung, die viele von uns plagt. Das Christentum, so lautet die Botschaft des Papstes, hat allen Grund zur Hoffnung: „Die Epheser waren vor der Begegnung mit Christus hoffnungslos, weil sie "ohne Gott in der Welt" waren. Gott kennenlernen – den wahren Gott, das bedeutet Hoffnung empfangen.“ Benedikt XVI. knüpft also an das alten Thema an und spinnt seine Gedanken weiter. Die sind sicherlich nicht revolutionär oder völlig neu. Stattdessen präsentiert der Heilige Vater einen sicheren und klaren Abriss alter Positionen. Und auch damit befindet er sich in bekanntem Fahrwasser: Benedikt XVI. möchte den Christen ihre eigene Positionen wieder nahe bringen, ehe man an weitere Veränderungen denken kann. Dabei berührt er alte Inhalte wie „Erlösung“, „Jüngstes Gericht“, „Vernunft" oder „Freiheit". Aber bei all dem bleibt für den Papst klar: „Die wahre, die große und durch alle Brüche hindurch tragende Hoffnung des Menschen kann nur Gott sein.“

Simon Biallowons

Das Beste aus der katholischen Erlebniswelt