Jesus von Nazareth.
Herder, 447 Seiten, 24 Euro
Niemand konnte „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling vom Bestseller-Thron stoßen. Niemand außer Papst Benedikt XVI. Das erste Mal hat ein Papst über Jesus Christus geschrieben, das Werk erscheint bei Herder und wird in über 30 Sprachen übersetzt. Benedikt XVI. stellt vorab klar, dass das Buch kein lehramtlicher Akt, sondern Ausdruck seiner ganz persönlichen Suche nach Jesus Christus ist. Eine Suche freilich, die wie erwartet auf hohem Niveau ausfällt. Das Buch ist Summe eines langen Lebens. Und zwar das Leben eines brillanten Theologen. Benedikt XVI. macht sich von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung auf die Spuren Christi. Er begreift Jesus immer schon als Christus. Und er will uns zeigen, dass Jesus, sein Leben und seine Botschaft aktuell sind, aktuell sein müssen. Der Heilige Vater macht klar, dass Jesus sterben musste, weil „er sich mit dem lebendigen Gott selbst auf eine Stufe zu stellen schien“. Diese Einheit ist für Benedikt XVI. nicht antastbar, für ihn ist die „Gottbezogenheit und Gottverbundenheit Jesu“ wesentlich für unseren Glauben. Wenn wir das vergessen, und das ist die klarste und deutlichste Warnung des päpstlichen Buches, „wird der christliche Glaube als solcher aufgehoben und in eine andere Religionsform umgeschmolzen.“ Dies abzuwenden, steckt auch hinter dem persönlichsten Buch des Papstes.