Veröffentlichung des Buches „Jesus von Nazareth“ (16. April 2007)
„Zu dem Jesus-Buch bin ich lange innerlich unterwegs gewesen“
Niemand konnte „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling vom Bestseller-Thron stoßen. Niemand außer Papst Benedikt XVI. Als der Pontifex sein Buch „Jesus von Nazareth“ an seinem 80. Geburtstag vorlegt, kommen die Buchhändler mit den Bestellungen nicht nach. Das erste Mal hat ein Papst über Jesus Christus geschrieben, das Werk erscheint bei Herder und wird in über 30 Sprachen übersetzt. Benedikt XVI. stellt vorab klar, dass das Buch kein lehramtlicher Akt, sondern Ausdruck seiner ganz persönlichen Suche nach Jesus Christus ist. Eine Suche freilich, die wie erwartet auf hohem Niveau ausfällt. Das Buch ist Summe eines langen Lebens. Und zwar das Leben eines brillanten Theologen – „Jesus von Nazareth“ macht da keine Ausnahme. Benedikt XVI. macht sich von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung auf die Spuren Christi. Er begreift Jesus immer schon als Christus. Und er will uns zeigen, dass Jesu, sein Leben und seine Botschaft aktuell sind, aktuell sein müssen. Der Heilige Vater macht klar, das Jesus sterben musste, weil „er sich mit dem lebendigen Gott selbst auf eine zu stellen schien“. Diese Einheit ist für Benedikt XVI. nicht antastbar, für ihn ist die „Gottbezogenheit und Gottverbundenheit Jesu“ wesentlich für unseren Glauben. Dieser Jesus ist Mensch geworden in der realen Geschichte. Wenn wir das vergessen, und das ist die klarste und deutlichste Warnung des päpstlichen Buches, „wird der christliche Glaube als solcher aufgehoben und in eine andere Religionsform umgeschmolzen.“ Dies abzuwenden, steckt auch hinter dem persönlichsten Buch des Papstes.
Veröffentlichung des Apostolischen Schreibens „Summorum Pontificum“ (7. Juli 2007)
Zurück zu den Wurzeln
Das Apostolische Schreiben „Summorum Pontificum“, das Benedikt XVI. am 7. Juli 2007 veröffentlicht, sorgt weltweit für Aufsehen. In diesem Schreiben wertet der Papst den bis zum II. Vatikanischen Konzil gültigen Messritus auf. Diese so genannte außerordentliche Form der Liturgie zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Heilige Messe bis auf die Predigt in lateinischer Sprache gefeiert wird und der Priester mit dem Rücken zum Volk zelebriert. Allerdings legt der Heilige Vater Wert darauf, dass beide Ausformungen des Römischen Ritus nun gleichberechtigt nebeneinander stehen und für die Feier des früheren Brauchs strenge Zulassungsregeln gelten. Die Neuregelungen treten am 14. September 2007 in Kraft.
Österreich-Reise (7. bis 9. September 2007)
Tu, felix Austria
Ein Jahr nach seinem emotionalen Heimatbesuch in Bayern bereist Papst Benedikt XVI. Österreich. In Wien trifft der Heilige Vater mit Jugendlichen und Vertretern des öffentlichen Lebens zusammen und feiert im Stephansdom ein klassisches Hochamt. Höhepunkt der Reise ist der Abstecher nach Mariazell: Der steirische Wallfahrtsort feiert den 850. Jahrestag seiner Gründung.
Enzyklika „Spe Salvi“ (30. November 2007)
Die wahre Hoffnung kann nur Gott sein
Mit seinem Buch „Jesus von Nazareth“ hatte Papst Benedikt XVI. einen Hit geschaffen. An diesem Erfolg knüpft er nun inhaltlich auch in seiner Enzyklika „Spe salvi“ an. Die Enzyklika greift mitten in unser Leben und zeigt auf die verlorene Hoffnung, die viele von uns plagt. Das Christentum, so lautet die Botschaft des Papstes, hat allen Grund zur Hoffnung: „Die Epheser waren vor der Begegnung mit Christus hoffnungslos, weil sie "ohne Gott in der Welt" waren. Gott kennenlernen – den wahren Gott, das bedeutet Hoffnung empfangen.“ Benedikt XVI. knüpft also an dem alten Thema an und spinnt seine Gedanken weiter. Die sind sicherlich nicht revolutionär oder völlig neu. Stattdessen präsentiert der Heilige Vater einen sicheren und klaren Abriss alter Positionen. Und auch damit befindet er sich in bekanntem Fahrwasser: Benedikt XVI. möchte den Christen ihre eigene Positionen wieder nahe bringen, ehe man an weitere Veränderungen denken kann. Dabei berührt er alte Inhalte wie „Erlösung“, „Jüngstes Gericht“, „Vernunft" oder „Freiheit". Aber bei all dem bleibt für den Papst klar: „Die wahre, die große und durch alle Brüche hindurch tragende Hoffnung des Menschen kann nur Gott sein.“
Heilige und Selige (April 2005 bis März 2008)
Benedikt XVI. auf Rekordkurs
Kaum zu glauben, aber bei Selig- und Heiligsprechungen legt Papst Benedikt XVI. ein noch höheres Tempo vor als Johannes Paul II.: Seit seinem Amtsantritt im April 2005 hat der deutsche Papst bereits 14 Männer und Frauen zu Heiligen und 563 zu Seligen erklärt. Das ist bereits fast ein Drittel der Rekordzahl seines Vorgängers, der in knapp 27 Jahren 482 Menschen heilig- und über 1300 seliggesprochen hatte.