Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Benedikts XVI. Feuerwehr lässt nichts anbrennen

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Samstag, 11. Februar 2012 Anselm
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Vatikan

 

Benedikts XVI. Feuerwehr
lässt nichts anbrennen

Feuerwehrmänner genießen das meiste Vertrauen: Laut einer aktuellen Umfrage für das Magazin "Reader's Digest" führen sie mit 93 Prozent Zuspruch die Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe an. Wie ist es erst, wenn auch noch der himmlische Segen hinzukommt wie bei dieser besonderen Truppe: die Vigili del Fuoco del Vaticano, knapp 30 Mann, die bei weitem nicht nur Brände löschen.

Zum Alltag der päpstlichen Feuerwehr gehört etwa der allabendliche Rundgang im Petersdom. Wenn auch der letzte Besucher die Kirche verlassen hat, suchen die Männer das Gebäude bis auf den letzten Winkel ab. Brände sollen gar nicht erst entstehen – und tatsächlich kommt es im Vatikan auch nur etwa zweimal im Jahr dazu. Würde sich eine größere Katastrophe ereignen, springt die italienische Feuerwehr ein.

Autos abschleppen, verirrte Katzen von Bäumen retten – und leider auch hin und wieder Menschen in Sicherheit zu bringen, die sich von der Peterskuppel stürzen wollen: Die Männer müssen für alles gewappnet sein, wie die "Tagespost" kürzlich einmal ausführlich berichtete. Auch bei Großveranstaltungen sind sie voll im Einsatz. So auch beim Konklave 2005, als nach der Wahl Benedikts XVI. kein weißer Rauch aufsteigen wollte: Angeblich verteilte sich dieser statt dessen in der Sixtinischen Kapelle selbst – und da waren natürlich die Vigili gefragt.

Bilder von der päpstlichen Feuerwehr, für Infos klicken Sie bitte auf das Foto:

Benedikt XVI.

Juni 2005, zwei Monate nach seiner Wahl zum Papst: Benedikt XVI. zeigt Humor und probiert einen Feuerwehrhelm an

Die päpstliche Feuerwehr

Ein Löschwagen der Feuerwehr des Vatikans auf dem Petersplatz (Foto: dpa)

Ein großes Geschenk

Papst Benedikt XVI. und seine Feuerwehrleute nach der Übergabe eines Einsatzwagens von Daimler-Chrysler (Foto: dpa)

Auf der Sixtinischen Kapelle

15. April 2005: Wenige Tage später wird aus dem Schornstein, mit dem der vatikanische Feuerwehrmann hier hantiert, weißer Rauch aufsteigen. Noch weiß niemand: Der 265. Papst wird der Deutsche Joseph Ratzinger sein. Die kleine Panne aber: Der Rauch verbreitet sich zuerst eher in der Sixtinischen Kapelle selbst. Das Läuten der Glocken des Petersdoms lassen aber keinen Zweifel: Habemus papam! (Foto: dpa)

Im Einsatz

April 2009: Nach Erdbeben in den Abruzzen zeigen die Feuerwehrleute des Papstes Solidarität und helfen mit. Paolo De Angelis, Chef der päpstlichen Feuerwehr, erzählt betroffen von den schrecklichen Bildern: "Die Bevölkerung hat unsere Ankunft als großes Zeichen der Solidarität gewertet. Die Menschen brauchen hier jetzt Trost und Unterstützung jeder Art, ihnen wurde ja alles entrissen. Diese Geste der Solidarität seitens des Vatikanstaats bedeutet für uns sehr viel – persönlich wie beruflich." (Foto: dpa)

Eine zündende Idee der Franzosen vor fast 200 Jahren

Das erste vatikanische Löschkorps wurde von den Franzosen gegründet, die damals, im Jahr 1810, die Stadt besetzten. Diese Einheit hatte eine militärische Struktur, die Papst Pius VII. aufrecht erhielt. Die Männer entwickelten sogar neue, innovative Geräte und präsentierten sich bei einer regelmäßigen Leistungsschau dem Papst. Auch normale Bürger durften das Spektakel verfolgen: Der Ansturm war stets gewaltig, die Zahl der kostenlosen Eintrittskarten nie ausreichend.

Unter Pius XII. wurde das inzwischen kleiner gewordene Feuerwehrkorps der "Direzione Generale dei Servizi Tecnici" (Generaldirektion der Technischen Dienste) unterstellt. Er ergänzte die Ausrüstung auch durch moderne Geräte, was bis heute oft auch durch Geschenke geschieht: Aus Oberösterreich etwa kam 1998 ein neues Fahrzeug, Benedikt XVI. nahm 2005 einen Feuerwehr-Kleinwagen von Daimler-Chrysler entgegen: ideal für die verwinkelten Straßen der Vatikanstadt.

 

Link: Der Einsatz nach Erdbeben in den Abruzzen im April 2009
Benedikt XVI: Sein Weg und seine Wahl zum Papst

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