Das glauben die Freimaurer
Die Freimaurer stellen sich gerne als Weltverbesser dar. Leiten lassen sie sich offiziell von den Ideen der Aufklärung. Tatsächlich aber arbeiten sie mit dunklen Ritualen und mysteriösen Zeremonien. Ein Grund, weshalb Katholiken keine Freimaurer sein dürfen
Die Freimaurer bezeichnen sich selbst als „Kinder der Aufklärung“. Damit wollen sie sich in eine große, historische Linie stellen und an ihre goldenen Zeiten erinnern. Tatsächlich waren damals viele berühmte Persönlichkeiten wie Voltaire Freimaurer. Den Ideen der Aufklärung fühlen sich die Freimaurer – zumindest offiziell – auch heute noch verpflichtet. Die fünf Leitprinzipien sind:
- Freiheit
- Gleichheit
- Brüderlichkeit
- Toleranz
- Humanität
„Banalitätenkabinett und Jahrmarkt der Eitelkeiten“
Diese Prinzipien werden sehr unterschiedlich umgesetzt. Aber generell lieben es die Freimaurer, sich als humanistischen Gegenentwurf zu einer verrohten Welt zu präsentieren. Hochtrabend nennt man die Freimaurerei auch „Königliche Kunst“. Was genau dahinter steckt, darüber gibt es gegensätzliche Meinungen. Der ehemalige Freimaurer Burkhardt Gorissen hat in seinem Aufsehen erregenden Buch „Ich war Freimaurer“ die Freimaurer-Szene beschrieben als eine Welt, „die sich bei näherer Betrachtung als Banalitätenkabinett und Jahrmarkt der Eitelkeiten entlarvte.“
Fragt man dagegen Freimaurer nach dem Sinn ihres Tuns, so verweisen sie oft auf das Bild des „unbehauenen Steins“. Dieser Stein symbolisiert den einzelnen Freimaurerbruder, der an sich arbeiten muss. Und immer wieder wird betont, dass keine fremden Steine behauen werden, sondern man sich einzig auf seine eigene Weiterentwicklung konzentriert. Diese Weiterentwicklung wird grundsätzlich durch Grade gekennzeichnet, es gibt je nach Ritus unterschiedliche Formen. Im bekanntesten und sagenumwobensten Ritus, dem Alten Angenommenen Schottischen Ritus, existieren 33 Grade. Die ersten drei Grade gehören zur blauen Johannisfreimaurerei und lauten: Lehrling, Geselle und Meister. Ab dem 4. Grad durchläuft man die Perfektionsgrade, die durch ebenfalls durch bestimmte Riten gekennzeichnet sind. Nicht jeder der 33 Grade wird bearbeitet – aber wenn, dann geschieht das mit großem Tamtam. So gibt es beispielsweise das Ritual, den Anwärter auf den Meistergrad in einen Sarg zu legen. Dazu heißt es im berühmten „Vergleichendem Handbuch der Symbolik der Freimaurereimit besonderer Rücksicht auf die Mythologieen und Mysterien des Alterthums“: „Der Meisterschritt ist der schwere Schritt zum Tode, - ist die unerschrockene und nicht wankende Pflichterfüllung bis zum Tode und durch den Tod, - ist der Eingang in das wahre Leben durch das Sterben. Um dem aufzunehmenden Maurermeister diesen Gedanken unauslöschlich einzuprägen, wird er nach dem uralten Gebrauche der Mysterien in den Sarg gelegt und mit dem Leichentuche umhüllt, wird er beerdigt und seine Beerdigung gefeiert.“
Rätselhafte Rituale im Tempel
Diese Rituale werden in einem Tempel vollzogen. Er ist das Herzstück und der Versammlungsort der Freimaurerlogen, dort findet die „Tempelarbeit“ statt. Dabei sprechen der Meisters vom Stuhl mit dem Ersten und Zweiten Aufseher, oft hält ein Redner zudem einen Vortrag über spezielle Themen. Die Brüder tragen ihre rituelle Kleidung, also Maurerschurz, Logenabzeichen, weiße Handschuhe und meistens noch einen Zylinder. Allgemein gesagt geht es darum, dass die Brüder durch Reflexion und Kommunikation sich persönlich weiterentwickeln.
Freimaurer zu sein, ist eine Sünde
Im Zentrum all dieser Anstrengungen steht das oberste Mantra der Freimaurer: „Erkenne Dich selbst!“ Die Aufgabe für den Lehrling lautet: „Schaue in dich“, für den Gesellen heißt es „Schaue um dich“ und für den Meister „Schaue über dich.“ „Erkenne Dich selbst“ ist die alte Losung Sokrates, die die Freimaurer abwandeln und zu einer Vergöttlichung des Menschen benutzen. Nicht Gott oder Christus stehen im Mittelpunkt, sondern der Mensch. Das ist mit dem christlichen Glauben unvereinbar.
Wie so vieles andere. Die Freimaurer stellen die Wahrheit des Christentums in Frage. Sie relativieren Gott und spiegeln vor, die Sinnsuche des Menschen zu befriedigen. Das sind nur zwei von mehreren Gründen, weshalb die Glaubenskongregation am 26. November 1983 festgestellt hat: „Das negative Urteil der Kirche über die freimaurerischen Vereinigungen bleibt also unverändert, weil ihre Prinzipien immer als unvereinbar mit der Lehre der Kirche betrachtet wurden und deshalb der Beitritt zu ihnen verboten bleibt. Die Gläubigen, die freimaurerischen Vereinigungen angehören, befinden sich also im Stand der schweren Sünde und können nicht die heilige Kommunion empfangen.“
Simon Biallowons