Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: ohannes Paul II. – Seine letzten Tage

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Samstag, 11. Februar 2012 Anselm
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Johannes Paul II. – Seine letzten Tage

"Seid froh. Ich bin es auch"

Der schwere Abschied. Die ganze Welt trauert um Papst Johannes Paul II., der bis zu seinem Ende stark im Glauben und gelassen war. Zuletzt sagte er den Gläubigen: „Ich habe euch gesucht, jetzt seid ihr zu mir gekommen, und dafür danke ich euch.

Die ganze Welt trauert um Johannes Paul II. Der tote Pontifex wird nur wenige Stunden nach seinem Tod aufgebahrt und den Gläubigen gezeigt (Foto: AP)

Samstagabend, 2. April 2005, kurz vor 22 Uhr. Erzbischof Leonardo Sandri tritt vor die Mikrophone und spricht die Worte, vor denen sich 60.000 Gläubige auf dem Petersplatz und Millionen Menschen gefürchtet, die manche vielleicht aber auch ersehnt haben: „Um 21.37 Uhr ist unserer Heiliger Vater in das Haus des Herrn zurückgekehrt.“ Der Papst ist mit 84 Jahren gestorbene, der Leidensweg Johannes Paul II. ist zu Ende. Die Menschen weinen, fallen sich in die Arme. Einige sinken auf die Knie und beten den Rosenkranz. Es gibt spontanen Beifall – ein letztes Zeichen des Respekts und der Dankbarkeit vor einem großen Hirten. Dann betet Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano mit der Menge ein Gebet.  
Im hell erleuchteten Sterbezimmer hat sich das Ritual zum Tod eines Papstes vollzogen: Der Camerlengo, der Kämmerer des Vatikans, Eduardo Martinez Somalo, rief dreimal den Namen: „Karol!“, dann zog er den Fischerring vom Finger des Papstes und zertrümmerte ihn, wie es der Tradition entspricht. Damit war das Pontifikat Johannes Paul II. nach 26 Jahren und fünf Monaten beendet. Noch am Abend rief Kardinalsdekan Josef Ratzinger seine Kardinalskollegen zum Konklave nach Rom.

US-Präsident George Bush: "Die Welt hat einen Champion der menschlichen Freiheit verloren!"

Die Nachricht vom Tod des Papstes verbreitete sich in Minuten um die Welt. Die Glocken des Petersdomes riefen fiele weitere Trauernde auf den Petersplatz, 100.000 waren es gegen 23 Uhr. Von Washington bis Wadowice, dem Geburtsort des Papstes, versammelten sich die Menschen, um für Johannes Paul II. zu beten. Glockengeläut und Sirenen begleiteten in vielen Städten Polens die Nachricht vom Tod „ihres“ Papstes. „Es ist vollbracht“, sagte ein Nachrichtensprecher betroffen. In der Marienkirche von Wadowice knieten die Menschen nieder.
Unmittelbar nach der Todesmeldung aus dem Vatikan würdigten zahlreiche Prominente aus Politik und Kirche den verstorbenen Papst. US-Präsident George W. Bush sagte: „Die katholische Kirche hat ihren Hirten verloren. Die Welt hat einen Champion der menschlichen Freiheit verloren.“ UN-Generalsekretär Kofi Annan erinnerte an Johannes Paul II.  an einen Mann, der, „stets besorgt um die Welt, in der wir leben. Und wie ich glaubte er, dass es im Krieg nur Verlierer gibt.“ Karl Kardinal Lehmann, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, sagte: „Johannes Paul II. ist so gestorben, wie er gelebt und gewirkt hat; Geistig wach fast bis zuletzt, voller Hingabe an seinen Dienst und ergeben in den Willen Gottes.“ Der Tod des gesundheitlich schwer angegriffenen Papstes hatte sich in den letzten Tagen abgezeichnet. Nach seinen verzweifelten und stummen Auftritten am Ostersonntag und Ostermontag hatte sich die Situation am Donnerstag, den 31. März, dramatisch verschlechtert.
Nach einer Harnwegsinfektion in der Nacht erleidet der Papst einen Herz-Kreislauf-Kollaps und eine Blutvergiftung. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch wird er in seinen Privatgemächern behandelt, nur seine engsten Vertrauten wie sein langjähriger Sekretär Erzbischof Standislaw Dziwisz und verschiedene Ärzte sind bei ihm. Die Meldungen um das baldige Ableben des Heiligen Vaters häufen sich,10.000 strömen auf den Petersplatz.
Am Freitag schwebt der Heilige Vater weiter zwischen Leben und Tod. Seine Atmung wird flacher, die Nieren versagen ihren Dienst. Laut seinen Ärzten besteht keine Hoffnung auf Genesung mehr. Menschen auf der ganzen Welt beten für den Heiligen Vater. Fernsehsender unterbrechen das laufende Programm mit Sondersendungen.
Samstagmorgen: Der Todeskampf des Karol Wojtyla dauert hetzt den dritten Tag. Sein ehemaliger Anästhesist führt dies auf das kräftige Herz des Papstes zurück. Jedoch verliert der Heilige Vater immer wieder das Bewusstsein. Scheinbar gelassen blickt er seinem nahenden Tod entgegen. Mit letzter Kraft und mit Hilfe seines Sekretärs schreibt er auf einen kleinen Zettel: „Seid froh. Ich bin es auch!“ Mit seinen letzten Worten am Abend des 2. April wendet sich Papst Johannes Paul II. an seine Kirche, vor allem aber an die vielen Jugendlichen, die auf dem Petersplatz für ihn beten: „Ich habe euch gesucht, jetzt seid ihr zu mir gekommen, und dafür danke ich euch.“

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