Wenn mein zweijähriger Enkel bei mir zu Besuch ist, dann liebt er es, in meinen Schubladen nach „Schätzen“ zu kramen. In einer habe ich einige Heiligenbildchen, verschiedene Kreuze und Rosenkränze, die ihn ganz besonders faszinieren. Er nimmt sie dann heraus und spielt damit. Er hängt sie sich um, breitet sie auf dem Tisch aus oder schwingt die Rosenkränze auch mal wie ein Lasso. Ich muss darüber schmunzeln, habe mich aber doch auch schon öfter gefragt, ob das nicht pietätlos ist.
Doris F., Augsburg
Wenn Ihr zweijähriger Enkel sich für Rosenkränze und Heiligenbilder interessiert und auf seine Weise damit umgeht, dann ist das für Sie eine gute Gelegenheit, mit ihm über die Bedeutung der Heiligenbilder und des Rosenkranzes zu sprechen. Wenn er sie sich umhängt, dann können Sie das ja deuten: Es ist ein Bild, das Gott ihm anhängt und ihn begleitet auf seinem Weg. Oder dass Maria mit ihm geht. Wichtig ist, dass Sie mit dem Enkel ins Gespräch kommen und ihm die Heiligen erklären. Natürlich sollten Sie es kindgemäß tun, damit er versteht. Aber wenn das Heilige ihn anspricht, ist es ja ein gutes Zeichen und eine gute Gelegenheit, mit ihm über Glaube und Vertrauen in Gottes Hilfe zu sprechen.
Ihr Pater Anselm Grün