Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Ich stehe zwischen zwei Männern!

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Ich stehe zwischen zwei Männern!

Ich bin seit fünf Jahren mit meinem Freund zusammen. Vor Kurzem hat er mir einen Heiratsantrag gemacht. Noch vor wenigen Wochen hätte ich ohne zu zögern Ja gesagt. Jetzt allerdings bat ich ihn erst einmal um Bedenkzeit. Der Grund: Ich habe in meinem Yogakurs einen Mann kennengelernt, in dessen Gegenwart ich zum ersten Mal seit Langem wieder richtig Schmetterlinge im Bauch spüre. Ich bin völlig durcheinander und weiß nicht, ob das nur Schwärmerei ist oder ob mehr dahinter steckt. Wie soll ich mich verhalten? Ich will meine Beziehung nicht aufs Spiel setzen, aber im Moment eine Hochzeit auch nicht überstürzen.
Katharina D. (33), Aachen

Dass Sie sich in einer festen Beziehung in einen anderen Mann verlieben, das wird Ihnen auch in der Ehe immer wieder geschehen. Die Frage ist, wie Sie das Verliebtsein in Ihr Leben und in die bestehende Beziehung integrieren. Wenn Sie mit Ihrem Freund schon fünf Jahre zusammen sind und bis vor Kurzem den Heiratsantrag ohne Zögern angenommen hätten, spricht vieles dafür, dass Sie sich für diese Beziehung entscheiden sollen.

Wir verlieben uns immer in Menschen, die etwas von dem leben, was auch in uns ist, was wir aber zu wenig gelebt haben. Fragen Sie sich also, was dieser Mann in Ihnen hervorruft. Und dann spüren Sie in sich selbst hinein. Was er in Ihnen hervorruft, das ist in Ihnen. Das gehört Ihnen. Dafür müssen Sie nicht Ihre Beziehung aufs Spiel setzen. Sie sind 33 Jahre alt. Wenn Sie sich für den anderen Mann entscheiden, brauchen Sie wieder eine Zeit, um die Beziehung zu klären. Und dann haben Sie sich gegen Ihren jetzigen Freund entschieden. Dann sitzen Sie alleine da.

Wir werden nie den idealen Partner finden, der alle unsere Gefühle anspricht. Es wird immer Männer geben, die andere Seiten in Ihnen ansprechen. Sie müssen sich verabschieden von der Illusion, die Sie sich von einem Partner machen, und lernen, Ja zu sagen zu sich mit Ihrer Durchschnittlichkeit und zu dem Freund, der auch seine Höhen und Tiefen hat. Sie müssen betrauern, dass weder Sie noch Ihr Freund ideal sind. Durch dieses Betrauern kommen Sie in Berührung mit all den positiven Kräften, die in Ihnen und in Ihrem Freund sind. So wünsche ich Ihnen den Engel der Klarheit, der Sie begleitet bei Ihrer Entscheidung.

Ihr Pater Anselm Grün

Die Kommentare der Liborius-User:


von Johanna Bach

am Mittwoch, 11. Juni 2008

Ich denke, Katharina D. sollte auf jeden Fall mit ihrem Verlobten über ihre Gefühle sprechen. Diese Offenheit ist sie dem Mann, den sie vielleicht heiraten wird, schuldig. Ich kenne einige Paare, die kurz vor der Hochzeit plötzlich Zweifel haben. Meist ist es die Angst, dem anderen vielleicht doch nicht ganz gerecht werden zu können – ein Leben lang. Bei allen meinen Freunden hat sich dann aber im gemeinsamen Gespräch ergeben, dass es dem anderen genauso geht. Es ist gut, über seine Erwartungen, aber auch eben über seine Ängste und Zweifel zu sprechen.

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