Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Kloster

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Kloster

Mein Sohn soll nicht in den Orden!

Seit mir mein einziger Sohn (34) gesagt hat, dass er einem Orden beitreten will, bin ich ganz verzweifelt. Ich weiß, dass mein Sohn dieser lebenslangen (!) Bindung auf Dauer nicht standhält. Er war schon als Kind immer sehr sprunghaft, hatte nach der Schule keine Arbeit, die länger als ein Jahr gedauert hat. Seiner Meinung nach hat er ein eindeutiges Zeichen von Gott bekommen, dass er Ordensbruder werden soll. Muss ich jetzt seine Entscheidung akzeptieren und ihn unterstützen? Oder soll ich ihm meine Bedenken mitteilen?
Theresia N., 69, Siegen  

Was Sie von Ihrem Sohn schreiben, lässt es wenig wahrscheinlich erscheinen, dass er es im Orden aushält. Das scheint eine Art Flucht vor seinem nicht gemeisterten Leben zu sein. Aber trotzdem würde ich ihn nicht davon abhalten. Offensichtlich ist für ihn der Orden ein Rettungsanker und er verbindet damit die Hoffnung, dass sein Leben gelingen wird, dass er sich vielleicht doch einmal binden kann. Im Orden wird er es sehr schnell merken, ob er etwas für ihn ist. Wenn er in seiner Sprunghaftigkeit zur Ruhe kommt, ist es gut. Wenn er in seiner Sprunghaftigkeit den Orden wieder verlässt, schadet es ihm auch nicht. Dann hat er eine wichtige Erfahrung gemacht. Ich würde ihn also weder davon abhalten, noch ihn sehr ermutigen.

Ich würde sagen: „Wenn Du denkst, es ist für Dich richtig, dann mach es. Aber Du musst da sicher an Deiner Sprunghaftigkeit arbeiten. Ich wünsche Dir, dass Du das findest, was Dich auf Dauer leben lässt.“ Sie können ihm schon Ihre Bedenken sagen. Aber zugleich sollen Sie darauf vertrauen, dass das Experiment Orden auf jeden Fall etwas klären wird. Wenn er dort begleitet wird, wird sein Novizenmeister schon erkennen, was für ihn gut ist und wo er an sich arbeiten muss, wo er vielleicht auch therapeutisch an sich arbeiten muss, damit er sein Leben wirklich selbst in die Hand nimmt.

Ihr Pater Anselm Grün

 

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