Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Muss der ganze Weihnachtsstress sein?

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Muss der ganze Weihnachtsstress sein?

In den Wochen vor Weihnachten ist der Stress für mich immer besonders groß. Geschenke kaufen, Plätzchen backen, und dann die vielen Weihnachtsfeiern, zu denen ich meinen Kindern zuliebe mitgehe. Jedes Jahr nehme ich mir vor, dieses Mal dem Weihnachtstrubel zu entgehen. Jedes Jahr scheitere ich mit meinem Vorsatz und bin am Heiligabend völlig entnervt. Wie kann ich mir Zeit für meine innere Einkehr nehmen? Wie kann ich mich trotz des ganzen Rummels auf Weihnachten am besten vorbereiten?

Christine H. (43), Aschaffenburg

 

Ob Sie sich in der Adventszeit stressen oder nicht, liegt an dem Druck, den Sie sich machen. Sie können das Plätzchenbacken ja auch als Erholung sehen, als ein Ritual, in dem Sie sich wohlfühlen. Oder Sie können beim Einkaufen der Geschenke an die Kinder denken, welche Freude Sie ihnen machen möchten. Aber setzen Sie sich nicht unter Druck, dass die Weihnachtsgeschenke besonders schön und teuer sein müssen, oder dass Ihre Kinder ganz zufrieden sein müssen.

Überlegen Sie sich, welche Weihnachtsfeiern Sie wirklich besuchen möchten. Hören Sie da mehr auf das eigene Herz. Wenn Sie es nur den Kindern zuliebe tun, werden Sie nach der Feier genervt sein. Wenn Sie aber die Weihnachtsfeier als Zeit sehen, in der Sie sich selbst Gedanken über Weihnachten machen, dann werden Sie sie anders erleben. Ein anderer Weg: Machen Sie sich selbst Rituale. Rituale schaffen eine heilige Zeit, die Ihnen gehört, über die niemand verfügen kann. Sie können sich das Ritual machen, am Morgen oder am Abend sich 10 Minuten vor die Kerze zu setzen und der Sehnsucht nachzuspüren, die da in Ihrem Herzen hochkommt: Was bedeutet mir Advent, Weihnachten? Worum geht es eigentlich? Und überlegen Sie, welche Rituale in die Familie einen Hauch von Advent bringen.

Ein schönes Ritual wäre, am Samstagabend gemeinsam die nächste Kerze am Adventskranz anzuzünden und einen Text vorzulesen und Lieder zu singen. Jede Kerze hat ja eine andere Bedeutung: Die erste Kerze drückt die Sehnsucht nach Einssein aus, die zweite, dass die Gegensätze in uns miteinander verbunden werden, dass die Gegensätze in der Familie zu einem gemeinsamen Licht werden. Die dritte Kerze bedeutet, dass alle Bereiche unseres Leibes und unserer Seele von Gott erleuchtet werden. Und die vierte Kerze weist auf das Irdische und Alltägliche hin, das vom Licht Christi erhellt und verwandelt werden will.

Geben Sie den alten Ritualen eine neue Bedeutung. Dann werden sie bewusster die Adventszeit und die Weihnachtszeit erleben.

Ihr Pater Anselm Grün

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