Nach der Taufe Chlodwigs I. findet das Christentum wieder Einzug in die Gebiete des Frankenreiches. Chlodwig sieht sich zur Mission verpflichtet, um das christliche Königtum auszubauen. Er lehnt den Arianismus ab und setzt die lateinische Liturgie durch. Drei Jahrhunderte später siegt Karl Martell 732 bei Tours und Poitiers über die Mauren. Der Triumph darf bezüglich seiner tatsächlichen Wirkung nicht überbewertet werden.
Trotzdem gilt Karl Martell seitdem als glorreicher Verteidiger des Abendlandes und des Christentums. Dabei lässt er einige Jahre später den Papst im Stich und ignoriert einen Hilferuf des Pontifex, der sich den Langobarden ausgeliefert sieht. Doch eine weitere wichtige Entwicklung hat sich schon längst durchgesetzt: Im 6. Jahrhundert kommen schottische und englische Mönche auf das Festland und feiern beeindruckende Missionserfolge. Exemplarisch dafür wird 732 Bonifatius, der „Apostel der Deutschen“, zum Erzbischof ernannt. In der Folgezeit gründet Bonifatius zahlreiche Bistümer – das Christentum breitet sich weiter rasant aus. Pippin III. baut ab Mitte des 8. Jahrhunderts die Verbindungen zu Rom aus. Zunächst holt er sich den päpstlichen Segen für seine Krönung, Bonifatius salbt den neuen König. Die Verquickung von göttlicher Bestimmung und irdischer Macht (Gottesgnadentum) nimmt hier seinen Anfang. Pippin III. revanchiert sich dafür und hilft Papst Stephan II. gegen die Langobarden. Er schenkt dem Nachfolger Petri außerdem eroberte Gebiete – die Grundlage für einen Kirchenstaat.
(sb)