Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Völkerwanderung und der Aufbruch.

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Geschichte der Kirche

400 bis 700 n. Chr. – Völkerwanderung und der Aufbau danach

Was heißt hier „Wanderung“? Von 400 bis 700 n. Chr. herrscht Krieg und Verwüstung in Europa. Rom wird gleich zweimal (410 und 455) geplündert. Die Bilanz: Ein Großteil der Christen ist tot, die Kirche ist nur noch eine kleine Gruppe. Der rasante Aufstieg des Christentums scheint gebremst, vielleicht sogar endgültig gestoppt. Ein Schein, der trügt. Die Germanenstämme nehmen nach der Eroberung christlicher Gebiete weitgehend das Christentum an, wenngleich in seiner arianischen Gestalt – die Form, die beim Ersten Konzil in Nicäa abgelehnt worden war. 497 (manche Geschichtsschreiber geben ein anderes Datum an) lässt sich der fränkische König Chlodwig I. in Reims taufen und läutet so das Comeback des Christentums ein.

Phantasiedarstellung der Taufe Chlodwigs aus dem 15. Jahrhundert (Foto: Public Domain)

Nach der Taufe Chlodwigs I. findet das Christentum wieder Einzug in die Gebiete des Frankenreiches. Chlodwig sieht sich zur Mission verpflichtet, um das christliche Königtum auszubauen. Er lehnt den Arianismus ab und setzt die lateinische Liturgie durch. Drei Jahrhunderte später siegt Karl Martell 732 bei Tours und Poitiers über die Mauren. Der Triumph darf bezüglich seiner tatsächlichen Wirkung nicht überbewertet werden.

Trotzdem gilt Karl Martell seitdem als glorreicher Verteidiger des Abendlandes und des Christentums. Dabei lässt er einige Jahre später den Papst im Stich und ignoriert einen Hilferuf des Pontifex, der sich den Langobarden ausgeliefert sieht. Doch eine weitere wichtige Entwicklung hat sich schon längst durchgesetzt: Im 6. Jahrhundert kommen schottische und englische Mönche auf das Festland und feiern beeindruckende Missionserfolge. Exemplarisch dafür wird 732 Bonifatius, der „Apostel der Deutschen“, zum Erzbischof ernannt. In der Folgezeit gründet Bonifatius zahlreiche Bistümer – das Christentum breitet sich weiter rasant aus. Pippin III. baut ab Mitte des 8. Jahrhunderts die Verbindungen zu Rom aus. Zunächst holt er sich den päpstlichen Segen für seine Krönung, Bonifatius salbt den neuen König. Die Verquickung von göttlicher Bestimmung und irdischer Macht (Gottesgnadentum) nimmt hier seinen Anfang. Pippin III. revanchiert sich dafür und hilft Papst Stephan II. gegen die Langobarden. Er schenkt dem Nachfolger Petri außerdem eroberte Gebiete – die Grundlage für einen Kirchenstaat.

(sb)

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