Amigo-Affäre
Was der „Klüngel“ im Reinland ist, ist „Amigo“ in Bayern. Das Wort für Absprache und Mauscheleien wird durch einen Skandal aus dem Jahr 1993 berühmt. Im Mittelpunkt steht der damalige bayerische Ministerpräsident Max Streibl. Ihm wird vorgeworfen, in seiner Zeit als bayerischer Finanzminister Geld angenommen und Lobbyismus betrieben zu haben. Der von der Opposition geforderte Untersuchungsausschuss wird zur Farce. Streibl macht sich über die Vorwürfe lustig, begrüßt beim Politischen Aschermittwoch in Passau die Delegierten mit „Saludos Amigos“ und fragt provokant: „Freunde zu haben, ist das eine Schande bei uns in der CSU?“ Steibls Hochmut findet Anklang bei den Parteifreunden, nicht aber in der Bevölkerung. Am Ende vergeht Streibl das Lachen, er tritt am 27. Mai 1993 von allen Ämtern zurück.