Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Ausrüstung für den Jakobsweg: Tipps vom Profi

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Vorbereitung


Der Jakobsweg – Ausrüstung

Falsche Schuhe, ein drückender Rucksack oder ein zu dünner Schlafsack lassen den Jakobsweg schnell zu einer einzigen Strapaze oder gar einem Ärgernis werden. Jörg Pitschmann, Verkaufsleiter bei Intersport Reise und erfahrener Bergsteiger, erklärt, worauf es bei der Ausrüstung wirklich ankommt

Rucksack

Ganz wichtig bei der Ausrüstung: Der Rucksack sollte nicht zu groß sein. Ein großer Rucksack birgt die Gefahr, dass man unnötige Dinge mitnimmt. Ein Volumen von 40 Litern reicht völlig aus, wenn man von Herberge zu Herberge wandert. Auch bei einer Tour von mehreren Wochen. Die 40 Liter Rucksäcke haben meistens die Option „Plus 10“. Das heißt man kann 50 Liter daraus machen. Da passt auch der Schlafsack hinein. Größer ist überflüssig.

Es gibt spezielle Frauenrucksäcke, die durchaus von Vorteil sind. Der Unterschied ist die Rückenlänge, die bei Damen in der Regel kürzer ist als bei Herren. Außerdem ist der Hüftgurt anders angelegt und sitzt somit besser. Grundsätzlich gilt für Frauen wie Männer, dass der Rucksack richtig eingestellt werden muss. Dabei gilt: Der Hüftgurt soll auf der Hüfte sitzen, und der Tragegurt soll von unten, vom Schulterblatt über die Schulter nach oben laufen. Vor dem Einstellen den Rucksack bepacken! 

Gewicht

Ein 40 bis 45 Liter Rucksack sollte nicht mehr als 12 bis 15 Kilo wiegen. Ob Mann oder Frau macht da keinen Unterschied. Damit das Gepäck nicht zu schwer wird, muss man die Ausrüstung optimieren. Da gibt es viele Möglichkeiten, zum Beispiel ein leichtes Fleece oder eine dünne Daunen- oder Dryloftjacke zum Wärmen. Ein Schlafsack aus Daunen ist ebenfalls leichter als einer aus Kunstfaser.

Schlafsack

Man braucht auf dem Jakobsweg keinen Temperaturbereich bis an die Null Grad, egal ob im Frühling, Sommer oder im Herbst. Ein Schlafsack, der auf +5 oder +8 Grad ausgelegt ist, reicht für Ihre Ausrüstung. Solche Schlafsäcke gibt es im Damenbereich schon unter einem Kilo Gewicht. Wenn man sehr verfroren ist, muss man in einer kühlen Nacht eben ein Kleidungsstück mehr tragen.

Isomatte

Wer unbedingt eine mitnehmen will, für den empfiehlt sich eine aufblasbare. Diese Matten sind vom Wärmewert optimal und dazu sehr klein und leicht. Es gibt sie schon ab 600 Gramm.

Stöcke

Stöcke sind grundsätzlich nie verkehrt, weil sie eigentlich immer Energie sparen. Beim Bergaufgehen hat man deutlich mehr Schub und bergab mehr Stabilität und Sicherheit. Optimal sind ganz leichte Carbonstöcke. Das Packmaß beträgt gerade mal 45 Zentimeter und man spürt kaum ein Zusatzgewicht in der Ausrüstung.

Schuhe

Wenn ich einen guten Schuh habe, kann ein Paar für die Ausrüstung reichen. Damit kann ich mich auf Teer und in der Ebene bewegen. Komfortabler ist es sicher mit einem zusätzlichen leichten Paar Turnschuhe, irgendein Geländeturnschuh, mit dem ich auch mal die leichten Passagen gehen kann. Utopisch ist, dass der Schuh auf Dauer wasserdicht ist. Bei starkem Regen über viele Stunden werden die Füße irgendwann nass. Das ist normal. Trotzdem ist es wichtig, einen Schuh mit Gore-Tex Membran zu nehmen, denn der trocknet bis zum nächsten Tag wieder aus.

Nicht vergessen: der Schuh sollte vor dem Start ausreichend getragen werden. Fünf bis sechs Tage lang etwa. Dann weiß man, welche Stellen eventuell abgeklebt werden müssen, weil sich dort vielleicht Blasen bilden. Stellt man das erst während der Tour fest, ist es zu spät. Die Blasen wird man dann meist nicht mehr los, weil die Stellen ständig beansprucht werden. 

Socken

Mit richtigen Socken kann man Blasen vorbeugen. Es gibt beispielsweise Socken, die der Fußform angepasst sind, das heißt es gibt einen rechten und einen linken. Ein ganz einfacher Trick tut’s aber auch: Die frischen Socken für den nächsten Tag schon am Abend vorher mal anziehen. Ein frisch gewaschener Socken hat eine relativ scharfe, grobe Masche, die in den Schuhen eine unnötige Reibung verursacht. Das Material der Socken sollte den Schweiß weitertransportieren. Reine Wollsocken sind da ungeeignet.

Regenschutz

Ganz normale Regenjacken sind nicht ausreichend wasserdicht. Sechs bis sieben Stunden Dauerregen halten nur Gore-Tex-Jacken ab. Es gibt aber auch preiswertere Alternativen, die meistens ausreichen. Bei einer Regenhose genügt eine geringere Qualität, denn da drückt kein Rucksack die Nässe durch, das Wasser kann einfach ablaufen. Eine Regenhülle für den Rucksack schützt nur vor dem Gröbsten. Es gelangt immer Nässe nach innen. Deswegen sollte man alles, was trocken bleiben muss, in Tüten packen. Allem voran den Schlafsack!

Rucksackapotheke

Eine kleine Grundausstattung ist ein absolutes Muss. Von einem Schnitt in den Finger bis hin zur Schürfplatzwunde kann vieles passieren, was notdürftig verarztet werden muss. Es kann auch nicht schaden ein Sportfluid oder Regenerationsöl dabei zu haben, um im Ernstfall verhärtete Muskeln zu massieren. 

Sonnenschutz

Ein absolutes Muss für die Ausrüstung: Ohne Sonnencreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung läuft gar nichts!

Ernährung

Bei einer längeren Tour ist es notwendig, auf die Ernährung zu achten. Da können auch Regenerationsdrinks oder –riegel aus dem Sporthandel sinnvoll sein. Sie unterstützen die schnelle und effektive Erholung des Körpers. Auf jeden Fall sollte man genügend Zink, Kalzium und Magnesium zu sich nehmen, also Dinge, die der Muskel braucht. Am einfachsten geht das mit Brausetabletten, die man in die Trinkflasche schmeißt. Viel trinken versteht sich bei körperlicher Anstrengung von selbst. Drei Liter am Tag mindestens. Dabei gilt es zu beachten, wann man die Trinkflasche wieder füllen kann. 

Einstellung

Man sollte sich schon vorher Gedanken machen, dass man lange von zu Hause weg ist und während dieser Zeit auf einen gewissen Komfort verzichten muss. Schlechtwettertage wird es auch geben. Nennen wir es mal so: Ich muss auch mal leiden können und leiden wollen! Das macht eine solche Unternehmung aber auch interessant und die schlechteren Tage bleiben oft im Gedächtnis. Bei mir war das auf einer Expedition in China so. Auf einen Tag mit gutem Wetter folgten vier Tage mit schlechtem und das zog sich so durch. Diese extremen Bedingungen sind mir im Nachhineien am stärksten präsent. 

Das A und O

Ich wünsche jedem, der den Jakobsweg durchzieht, viel Freude und Spaß dabei. Ich bitte ihn aber auch – das ist für mich das A und O – auf dem Weg immer die Natur zu respektieren. Bitte keinen Müll zurücklassen oder Dinge wegwerfen, wo sie nicht hin gehören. Ich habe gelesen, dass mittlerweile jährlich 125.000 Menschen auf dem Jakobsweg pilgern. Da ist die Gefahr groß, dass die Natur zerstört wird.

Das Interview mit Jörg Pitschmann führte Claudia Sommer




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Manni

am Donnerstag, 28. Juli 2011

Hallo, für den Dauerregen empfehle ich einen langen Regen-Poncho, Überzieher, der zwischen den Beinen festgemacht wird, damit ihn der Wind nicht hochdrückt. Wenn schlechtes Wetter erwartet wird, zieht man ihn an und streift ihn erstmal nach hinten weg auf den Rucksack. Die Regen-Gamaschen, atmungsaktiv werden auch angezogen und nach unten auf die Wanderschuhe gestreift.
Bei einsetzendem Regen streift man nun den Poncho über und zieht die Gamaschen hoch, so dringt kein Tropfen Regen in die Schuhe und in die Kleidung und man kann stundenlang durch den Regen laufen. Wichtig ist das Gewicht und die Atmungsaktivität der gesamten Kleidung. Funktionskleidung und einen leichten Rucksack mit geringem Gewicht bringt dann nur noch 9 kg statt der hier beschriebenen 12-15 kg auf die Waage. Man merkt jedes Gramm auf dem Camino

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von Manni

am Donnerstag, 28. Juli 2011

Hallo, für den Dauerregen empfehle ich einen langen Regen-Poncho, Überzieher, der zwischen den Beinen festgemacht wird, damit ihn der Wind nicht hochdrückt. Wenn schlechtes Wetter erwartet wird, zieht man ihn an und streift ihn erstmal nach hinten weg auf den Rucksack. Die Regen-Gamaschen, atmungsaktiv werden auch angezogen und nach unten auf die Wanderschuhe gestreift.
Bei einsetzendem Regen streift man nun den Poncho über und zieht die Gamaschen hoch, so dringt kein Tropfen Regen in die Schuhe und in die Kleidung und man kann stundenlang durch den Regen laufen. Wichtig ist das Gewicht und die Atmungsaktivität der gesamten Kleidung. Funktionskleidung und einen leichten Rucksack mit geringem Gewicht bringt dann nur noch 9 kg statt der hier beschriebenen 12-15 kg auf die Waage. Man merkt jedes Gramm auf dem Camino

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