Der Jakobsweg – die Jakobsmuschel
(spanisch: Vieira)
Bereits im Mittelalter konnte man an allen Pilgerzielen bestimmte Abzeichen erwerben. Sie sollten den Pilger auf dem Heimweg und auch noch in der Heimat beschützen. Das Pilgerabzeichen der Santiagopilger war und ist die Jakobsmuschel, die ursprünglich auch als Nachweis diente, dass der Pilger die Reise tatsächlich gemacht hatte.
Die Bedeutung der Jakobsmuschel geht zurück auf eine Legende.
Ein portugiesischer Ritter war mit seinem Pferd in der Nähe der Anlegestelle, als Jakobus mit dem Schiff nach Spanien kam. Als das Pferd den wundersamen und hellen Schein sah, der von einem Stern herab auf den Apostel fiel, war es von dem Anblick so verstört, dass es ins Wasser sprang und den Ritter mit sich in die Tiefe riss. Der Ritter wurde gerettet und an Bord gezogen. Die Retter sahen voller Staunen, dass sein Körper über und über mit Muscheln bedeckt war.
Auch in der Kunst und Literatur des Mittelalters galt die Muschel als Zeichen der Pilger.
Den frühen Pilgern war die Jakobsmuschel mehr als ein Erkennungszeichen. Sie hatte eine magische Wirkung. Sie heilte Kranke und brachte all denen Glück, die eine „wahre“ Jakobsmuschel entweder in Santiago oder auf dem Jakobsweg gekauft oder an der Küste bei Finisterre aufgesammelt hatten. Außerdem verlieh die Muschel dem Pilger nach seiner Rückkehr Privilegien. Mancher Pilger ließ und lässt sich die Muschel nach seinem Tod mit ins Grab legen.
Heute ist die Jakobsmuschel auch ein Symbol für Santiago de Compostela. So findet sich besonders in der Altstadt von Santiago eine reiche Auswahl an Muschel-Souvenirs. Daneben bieten viele Gaststätten frisch zubereitete Jakobsmuscheln an.