Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Das Ziel des Jakobsweges: Santiago de Compostela

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Freitag, 10. Februar 2012 Wilhelm, Bruno
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Santiago de Compostela

 

Der Jakobsweg: Das Ziel Santiago de Compostela – und weiter nach Finisterre

Foto: Wikipedia

Ankommen in Santiago de Compostela

Die schlechte Nachricht zuerst. Wenn Sie das Ortsschild von Santiago sehen, ist der Weg leider noch nicht geschafft. Sie haben noch weit über eine Stunde zu laufen bis zur Kathedrale im Zentrum. Andererseits ist das Ankommen auch etwas, das Sie in vollen Zügen genießen sollten.

Pilger-Rituale

Die Kathedrale ist das endgültige Ziel. Die glücklichen Pilger betreten zuerst den Meilenstein „0“,um auch symbolisch anzukommen. Der Stein ist auf dem Platz vor der Kathedrale eingelassen.

Nun können Sie die Kathedrale besuchen. Da 2010 ein Heiliges Jahr ist, ist die sonst verschlossene Hintertür, die „Puerte el Perdón“, geöffnet. Wer die Kathedrale durch diese Tür betritt, kann einen vollständigen Ablass bekommen. Er muss dazu ein Gebet zum Wohl des Heiligen Vaters sprechen und innerhalb von zwei Wochen vor oder nach dem Besuch der Kathedrale die Beichte ablegen und die Kommunion empfangen. 

Vor der Heiligen Tür müssen Sie mit einer langen Wartezeit rechnen, denn in Heiligen Jahren pilgern bis zu fünf Mal mehr Pilger nach Santiago, als in anderen Jahren.
Im Inneren bewegt sich die Warteschlange langsam zum Grab und zur Statue des Heiligen Jakobus. Es ist Brauch, die Statue beim Vorbeigehen von hinten zu umarmen. Dabei danken Pilger für die überstandene Pilgerschaft.

Ein anderes Pilgerritual wird von vielen am Glorienportal auf der Seite des Haupteingangs vollzogen. Das Portal zeigt Jakob, über ihm Christus, Gott und die 24 Weisen. Der Pilger erweist Ihnen seine Ehrerbietung, in dem er sich verbeugt und mit der Stirn den Sockel berührt, während die rechte Hand auf der Säule liegt. Die richtige Stelle dafür ist leicht zu erkennen, denn sie wurde von Millionen Pilgern tief eingegraben.

Pilgerurkunde

In Santiago bekommen die Pilger ihre Urkunde, die „Compostela“, den Beweis ihrer Pilgerschaft. Die Compostela sieht heute noch aus wie im Mittelalter. Ausgestellt wird sie im Pilgerbüro neben der Kathedrale, wenn der abgestempelte Pilgerausweis belegt, dass die Bedingungen erfüllt sind.

Pilgermesse

Auch außerhalb von Heiligen Jahren platzt die Kathedrale während der Pilgermesse aus allen Nähten, deshalb wird die Messe auf Bildschirmen in den Seitenschiffen übertragen. 

Täglich um 12 Uhr findet in der Kathedrale die Pilgermesse statt. Dabei wird eine Liste mit den Neuankömmlingen verlesen. Allerdings nicht namentlich. Genannt werden die Nationalitäten und Startpunkte. Zum Beispiel: Burgos, 3 Deutsche, 2 Spanier, 1 Italiener und so weiter. Wenn Sie Glück haben, wird während der Messe auch der berühmte Weihrauchkessel, der Botafumeiro, geschwenkt. Er ist über einen Meter groß und mit 50 Kilogramm so schwer, dass acht Männer nötig sind, um ihn durch das Kirchenschiff zu schwingen. Zum Lob Gottes wurde er gebaut, in früheren Jahren war er aber auch ein gutes Mittel, um den Geruch der Pilger zu überdecken.

Herbergen & Co

In Santiago gibt es selbstverständlich Pilgerherbergen, aber auch andere Unterkünfte aller Preisklassen. Direkt neben der Kathedrale etwa, lockt das Luxushotel Parador, die ehemalige königliche Pilgerherberge.

Bahn und Bus

Zugtickets sind am Bahnhof billiger als im Pilgerbüro. Das Büro ist aber gut, wenn man Bustickets braucht.

Finisterre (Foto: Bildagentur Huber)

Weiter nach Finisterre

Manche Pilger zieht es von Santiago aus noch weiter bis ans „echte“ Ende des Jakobsweges, nach Finisterre. Von Santiago aus sind es 90 Kilometer bis ans „Ende der Welt“, wie die Übersetzung lautet. In Finisterre thront ein imposanter Leuchtturm auf einem 140 Meter hohen Felsen. 

Finisterre heißt auf spanisch auch Fisterra. Deshalb nicht wundern, wenn die Strecke unter diesem Namen ausgeschildert ist.
Der Weg hinter Santiago ist sehr viel leerer, als die Strecke davor. Die Unterkünfte werden noch ausgebaut. Am besten informiert man sich darüber beim Tourismusbüro.
Inzwischen gibt es auch für Finisterre-Pilger eine Urkunde, die Finisterra.




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