Der Jakobsweg – Wichtige Fragen zu Unterkünften
Wo kann ich auf dem Jakobsweg schlafen, was gibt es für Unterkünfte?
In Spanien gibt es inzwischen eine vielfältige Auswahl an Unterkünften bzw. Pilgerherbergen. Auf Spanisch heißen sie Albergue oder Refugio. Sie können in Privathäusern und Klöstern, in Holzhütten oder auch in Zeltlagern und Turnhallen Unterkunft finden. Zusätzlich gibt es natürlich in allen größeren Orten Pensionen und Hotels. Außerhalb von Spanien ist das Herbergsnetz weniger gut ausgebaut. Hier muss öfters auf andere Unterkünfte zurückgegriffen werden. Günstig sind Jugendherbergen oder in Frankreich auch die Gîtes d´Etapes , die Wanderherbergen. Besonders bei längeren Pilgerfahrten kann eine kurze Pause in einem Hotel sehr erholsam sein.
Kann ich ein Bett reservieren?
Die Refugios dürfen eigentlich keine Reservierungen annehmen. Einige private Herbergen halten sich allerdings nicht daran. Diese Unterkünfte sind in vielen Herbergsführern extra gekennzeichnet. Meistens reicht es, zwei oder drei Tage vorher zu reservieren. Eine Reservierung ist aber nicht unbedingt sinnvoll, da man nicht vorhersehen kann, welche Strecke man an einem Tag schafft.
Was kostet eine Übernachtung in einer Herberge?
Die Preise liegen zwischen sechs und acht Euro pro Nacht. Privat geführte Refugios sind mit bis zu 20 Euro häufig etwas teurer, bieten dafür aber teilweise ein kostenloses Frühstück.
Wie bekomme ich einen Schlafplatz?
Vorraussetzung für eine Übernachtung ist der täglich abgestempelte Pilgerausweis, der auch angibt, wie sie sich fortbewegen. Aufgenommen wird nach dem Windhundprinzip: Prinzipiell bekommt derjenige zuerst ein Bett, der zuerst an der Herberge ankommt. Allerdings werden nach der Roncesvalles-Regel Fußgänger und Pilger mit körperlichen Behinderungen bevorzugt eingelassen. Radfahrer müssen oft bis 18 Uhr warten oder werden sogar in einem Ausweichquartier untergebracht.
Welche Regeln muss ich beachten?
Autopilger und Fahrer von Begleitfahrzeugen dürfen nicht in Pilgerherbergen übernachten. Leider wird das häufig nicht kontrolliert. Außerdem sind Hunde in den Refugios verboten. Da Spanien allgemein kein hundefreundliches Land ist, sollten Hunde besser daheim gelassen werden.
Wann öffnen die Unterkünfte?
Die Herbergen öffnen zwischen 13.00 und 16.00 Uhr. Sie schließen meist um 23 Uhr und müssen spätestens bis um 10 Uhr – teilweise auch früher – verlassen werden. In der Pilgersaison von Mai bis September haben alle Refugios geöffnet, außerhalb der Saison schließen aber einige, andere haben abweichende Öffnungszeiten. Wer in dieser Zeit pilgert, sollte sich morgens telefonisch informieren, ob die Wunschherberge geöffnet hat.
Vorsicht: In Pamplona schließen in der Feierwoche St. Fermin Anfang Juli alle Herbergen. Die Stadt ist zu dieser Zeit überfüllt. Wer trotzdem zu dieser Zeit nach Pamplona will, muss sehr frühzeitig ein Hotelzimmer buchen.
Wie lange kann ich in einer Herberge bleiben?
In jeder Herberge ist nur eine Übernachtung möglich. Im Krankheitsfall kann auf maximal drei Nächte verlängert werden.
Was bietet die Herberge?
Pilgerherbergen bieten vor allem günstige Schlafplätze in Mehrbettzimmern oder Schlafsälen. Toiletten und Duschen werden gemeinschaftlich genutzt. Die meisten Herbergen geben auch Decken aus, manchmal sind allerdings nicht genügend Decken für alle Pilger vorhanden. Auf Ihren Schlafsack sollten Sie also nicht verzichten. Sie haben fast immer die Möglichkeit, eine Küche zu benutzen, Geschirr muss aber oft selbst mitgebracht werden. Auch eine Herbergsapotheke und eine Unterstellmöglichkeit für Fahrräder und teilweise auch für Pferde wird kostenlos angeboten. Die meisten Herbergen verfügen außerdem über ein Telefon, einige bieten den Pilgern auch Internetzugang.
Wie finde ich eine gute Herberge?
Private und kirchliche Unterkünfte sind in der Regel komfortabler als Unterkünfte von Gemeinden. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Eine Liste von Unterkünften findet man in jedem Reiseführer. Allerdings ändert sich auf dem Jakobsweg viel, diese Listen sind also oft nicht mehr aktuell. Deshalb ist es sinnvoll, sich vor der Abreise einen Herbergsführer zu besorgen. Eines der besten Herbergsverzeichnisse stammt von der Paderborner Jakobsgesellschaft. Es wird halbjährlich aktualisiert und kann unter auf der Homepage bestellt oder kostenlos heruntergeladen werden. Das Verzeichnis bietet neben den Adressen, Telefonnummern, Öffnungszeiten auch kurze Informationen über die Herberge und mögliche Ausweichquartiere. Im Internet finden Sie weitere sehr aktuelle Herbergslisten, z.B. hier.
Was kann ich tun, wenn bereits alle Betten vergeben sind?
Besonders in der Hochsaison im Juli und August sind die Betten der Unterkünfte schnell vergeben. Meistens kann man dann auf dem Boden oder in Zelten im Garten schlafen. Ist das nicht möglich, muss man im Freien übernachten oder zur nächsten Herberge weiterlaufen. Gerade in großen Orten sind die Herbergen schnell voll. Viele Pilger laufen dann weiter, deshalb sind auch die nächstgelegenen Refugios oft schon belegt. Frühere Herbergen können dagegen meist noch Pilger aufnehmen. Bei den meisten Herbergen können Sie auch telefonisch nachfragen, ob noch Betten frei sind. Neue Unterkünfte und solche, zu denen man selbst seine Lebensmittel über längere Strecken transportieren muss, sind meist weniger ausgelastet.