Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: So haben wir geheiratet - drei verschiedene Trauungen

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Samstag, 11. Februar 2012 Anselm
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So haben wir geheiratet!

Kirchliche Hochzeit

Traditionell

Foto: privat

"Wir wollten es festlich und traditionell"

Birgit Waller, geb. Wolfschmitt (29) und Johannes Waller (29), getraut am 16. Oktober 2004 von Pater Clemens Maria in Vierzehnheiligen

Uns war es wichtig – aus Familientradition – in genau diesem Gotteshaus zu heiraten: In der fränkischen Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen wurden bereits meine Eltern und Großeltern getraut. Es ist der Wallfahrtsort meiner Heimat, den wir als Kinder oft besuchten. Außerdem haben wir uns Pater Clemens Maria als Priester gewünscht, einen befreundeten Pater, der mich seit 20 Jahren kennt und meinen Mann inzwischen auch sehr gut. Die Hochzeitsmesse wollten wir sehr festlich, feierlich und traditionell gestalten, deswegen gehörte für uns die Eucharistiefeier dazu. Das Sakrament der Ehe sollte in ein anderes Sakrament eingebettet sein, und wir wollten den vollen Segen der Kirche.

Musikalisch haben wir uns für Lieder aus dem Gotteslob entschieden. Wir sind regelmäßige Kirchgänger und das sind die Lieder, die dort gesungen werden. Neben der feierlichen "Schubertmesse" setzten mehrere musikalische Einlagen zweier Freunde (Trompete und Gesang) Highlights. Mit modernen, rhythmischen Liedern haben wir dann unsere Andacht, die zwischen Kaffee und Abendessen stattfand, gestaltet und sogar selbst auf Gitarre begleitet. So haben wir den Bogen zu unseren Jugendgruppen gespannt.

Die Fürbitten formulierten wir selbst. Sie sollten individuell und persönlich auf unser Leben zugeschnitten sein. Lesung und Evangelium waren zwei Klassiker, das Hohelied der Liebe aus dem Korintherbrief (1Kor 13): "Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke …" und das Liebesgebot aus dem Johannes-Evangelium: "Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe." (Joh 15,12)

International

Foto: privat

"Alle sollten einbezogen sein in unseren Bund!"

Stephanie Badener, geb. Bryll (32) und Dr. Peter Badener (34), getraut am 26. Juli 2008, in St. Georg in Freising von Dr. Florian Schuller

Als wir unsere Gästeliste zusammengestellt haben, stellte sich sehr schnell heraus, dass viele unserer Gäste kein Deutsch sprechen. Mein Mann und ich haben beide viele Kontakte zu Freunden im Ausland, die wir vom Schüleraustausch oder Studienjahren im Ausland kennen, und ein Teil meiner Familie lebt in Frankreich. Weil uns der Gottesdienst sehr wichtig war, wollten wir, dass alle Gäste ihn mitfeiern und auch mitgestalten können, sich wohlfühlen und wissen, dass der Gottesdienst auch für sie ist – deshalb war bald klar, dass wir einen Gottesdienst in drei Sprachen wollen: für unsere Gäste aus sieben Ländern!

Die erste Lesung wurde zum Beispiel von einer amerikanischen Freundin auf Englisch gelesen und war auf Deutsch und Französisch auf unserem Gottesdienstblatt abgedruckt. Die zweite Lesung war Französisch, das Evangelium auf Deutsch. Die Begrüßung haben mein Mann und ich in allen drei Sprachen gesprochen, ebenso Freunde und Verwandte die Fürbitten. Bei den Liedern haben wir deutsche und lateinische gewählt, weil wir dachten, dass so alle am ehesten mitsingen können.

Was uns völlig überrascht hat: Unser Pfarrer, den wir schon lange kennen, hat die Festgemeinde dreisprachig begrüßt, das Geschehen immer wieder auf Englisch und Französisch zusammengefasst und sogar dreisprachig gepredigt – obwohl er eigentlich immer gesagt hatte, dass er keine Fremdsprachen kann! Das hat uns sehr gerührt. Und unsere Gäste waren begeistert, sie haben sich willkommen gefühlt und gut aufgehoben. Keiner saß nur dabei, sondern alle nahmen wirklich Teil an ihrem Gottesdienst! Das war uns eben sehr wichtig gewesen: dass alle Menschen, die uns bislang begleitet haben, die uns kennen und prägen, mit einbezogen werden in unseren Bund, den wir vor Gott und ihnen schließen.

Modern

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"Und dann kam nach der Taufe die Überraschungs-Hochzeit – so, wie wir es wollten"

Christine Sammler, geb. Thein (35), und Thomas Sammler (37), getraut am 16. November 2008 in St. Sebastian, Steinsfeld, getraut von Diakon Manfred Griebel

Eigentlich hatten wir am 8.8.08 kirchlich heiraten wollen. Aber eine Woche nach der standesamtlichen Trauung wusste ich, dass ich schwanger bin – und der errechnete Geburtstermin war der 17.8.08! Also war klar, dass wir uns dieses Datum abschminken können. Wir haben uns dann entschieden, nach der Geburt Taufe und Hochzeit zu verbinden, aber ohne den ganzen Trubel, das wäre uns zu viel Aufregung gewesen. Wir haben unsere Familien also nur zur Taufe eingeladen – übrigens auch an einem besonderen Datum, dem 16.11.08. Das ist nämlich erstens mein Geburtstag und außerdem der Jahrestag unserer standesamtlichen Trauung.

Es hat sich keiner gewundert, wie groß wir die Taufe feiern wollen; auf die Idee, dass das unser Hochzeitsfest wird, kam keiner! Nach der Taufe sagte dann der Diakon: "So, und jetzt kommen wir zum zweiten Teil!“. Mein Mann und ich gingen nach vorne und legten unser Eheversprechen ab. Die Gäste sind fast umgefallen vor Überraschung!

Im Nachhinein denke ich, dass die Entscheidung so richtig war. Wir haben es so gemacht, wie wir wollten, nicht so, wie andere es erwarten. Das einzige, was ich heute daran bedaure: Ich konnte kein weißes Kleid anziehen, sonst wäre der Überraschungseffekt ja weg gewesen. Deswegen haben wir leider auch keine richtigen Hochzeitsbilder.

Für die Gestaltung unserer "Traufe" haben wir moderne Lieder gewählt, weil sie uns einfach mehr sagen. Und die Fürbitten habe ich selbst geschrieben, weil mir die vorgefertigten zu unpersönlich waren. Ich finde es schön, dass unsere Hochzeit und die Taufe so miteinander verknüpft waren, und der 16.11. ist jetzt natürlich unser Familientag!

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