Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Opern

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Samstag, 4. Februar 2012 Veronika
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Opern

Göttliche Oper

Oper ist nicht einfach Fiktion. Die Dramen, die sich dort auf der Bühne ereignen, die Leidenschaft, die komischen Momente der Verwechslung, das tragische Ringen mit der eigenen Seele und den göttlichen Mächten - all das bildet Wirklichkeiten ab. Oftmals historisch geprägte Wirklichkeit, doch ist es eben nicht bloß Spiel. Es holt uns ein, es wird wirklich, wahr, im Hier und Jetzt. Viele Opern sind gar nicht verständlich, begreifen wir nicht ihren christlichen Hintergrund. glaubenslust.de nimmt Sie mit auf eine Entdeckungsreise durch die Welt der Oper: angefangen bei Parsifal, einer der sieben Opern, die heuer zum Programm der Bayreuther Festspiele 2009 gehörten

Foto: Colourpress

1/10 Texte: Simon Biallowons

 

Parsifal

von Richard Wagner

Der Parsifal ist das letzte Stück von Richard Wagner und geht auf das Epos „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach zurück. Die drei Akte drehen sich um einen christlichen Mythos, der die Menschen bis heute fasziniert: den heiligen Gral. Der Legende nach ist der Gral ein Becher, aus dem beim Letzten Abendmahl getrunken und in dem das Blut Christi aufgefangen wurde.
Dieser Gral ist in Besitz des Königs Titurel. Der König hat noch eine andere Reliquie in seiner Schatzkammer: den Speer, mit dem Jesus am Kreuz durchbohrt wurde. König Titurel hat einen bösen Feind: Klingsor diente früher selbst Titurel, lebt jetzt in einem Zaubergarten und will die Reliquien rauben. Klingsor hat deshalb in einem Kampf Titurels Sohn Amfortas den heiligen Speer abgenommen und ihm damit eine Wunde geschlagen, die nie mehr heilt. Die Wunde kann nur durch den Speer selbst geheilt werden. Aber allein einem ist es möglich, diesen Speer zurück zu gewinnen: dem unschuldigen Knaben Parsifal. Als Parsifal jeodch zu Amfortas auf die Gralsburg gebracht wird und den Gral sieht – der Becher Christi lindert Amfortas Leiden für kurze Zeit – bleibt er vor Ehrfurcht stumm. Damit hat er seine Chance vertan.
Im zweiten Akt will Klingsor den „reinen Toren“ Parsifal endgültig besiegen. Deshalb soll ihn die Verräterin Kundry verführen. Parsifal aber hält stand, holt den heiligen Speer von Klingsor zurück und bringt mit einem Kreuzzeichen den Zaubergarten zum Einsturz.
Im dritten Akt kehrt Parsifal Jahre später als Ritter zur Gralsburg zurück. Es ist Karfreitag, Titurel ist inzwischen und sein treuer Ritter Gurnemanz, der Parsifal damals zu Amfortas brachte, lebt als Einsiedler im Wald. Gurnemanz erzählt Parsifal die ganze Geschichte und führt ihm die verwandelte Kundry zu, die Parsifal die Füße wäscht, während ihn Gurnemanz salbt und segnet. Parsifal werden, da es Karfreitag ist, alle Sünden vergeben – damit ist er der neue Gralskönig. Parsifal tauft Kundry, die daraufhin in Frieden sterben kann, und erlöst Amfortas endgültig von dessen Leiden.

Uraufführung: 26. Juli 1882

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