Was ist eine „Aussegnung“?
Zur Tradition des deutschen Sprachgebiets gehört seit langem das „Gebet im Trauerhaus“, also im Sterbehaus, mit dem der Verstorbene mit einem letzten Segensgebet zum Begräbnis „herausgesegnet“ wird. Wo es Brauch ist, wird am Sterbeort vor der Überführung des Toten diese „Verabschiedung“ gehalten. Der Begriff „Aussegnung“ ist in älteren Gebetsbüchern noch nicht so gebräuchlich wie heute. Im „Gotteslob“ ist ein „Gebet unmittelbar nach dem Verscheiden“ und ein Hinweis auf die „Totenwache“ enthalten, während die „Aussegnung“ fehlt.
Im evangelischen Raum wird mit „Aussegnung“ der Segen beim Sterben, eine Segensfeier nach dem Eintreten des Todes sowie die gesamte Begräbnisfeier bezeichnet.
(Professor Dr. Franz Kohlschein, emeritierter Liturgiewissenschaftler und Hausseelsorger in einem Alten- und Pflegeheim in Bamberg, in: „Praxis Gottesdienst“, 10/09)