Dürfen die Angehörigen bei der Überführung in die Trauerhalle dabei sein?
Natürlich, sie dürfen alles begleiten. Früher war auch ganz häufig ein Pfarrer dabei, um die Aussegnung zu machen: um den Toten zu salben und die Familie geistlich zu begleiten – heute ist es seltener geworden.
Muss man Trauerkarten drucken?
In unserer Gegend sind sie selten, in anderen nicht wegzudenken. Oft sind Druckereien auch in Bestattungsunternehmen eingegliedert, weil große Unternehmen an den Karten nicht viel verdienen. Die Karten sind dann am selben Tag fertig; die Angehörigen sollten eine Adressenliste zur Hand haben, damit die Karten rechtzeitig vor der Bestattung verschickt werden.
Wie oft und wie lange müssen Sie mit den Angehörigen sprechen, um alles zu planen?
Das hängt von dem Kunden ab. Bei manchen klären wir alles in einem Gespräch von anderthalb Stunden. Andere sind gar nicht aufnahmefähig, und dann teilen wir das Gespräch in mehrere Stücke.
Was müssen die Angehörigen bei dem Gespräch zur Hand haben?
Da gibt es viele Besonderheiten. Zum Beispiel, wenn der Verstorbene aus einem anderen Land kam. Dann geben wir den Angehörigen zuerst eine Liste mit, auf der alles draufsteht, was sie an Papieren suchen müssen. Das ist nämlich am Allerwichtigsten. Manche gehen erst zum Gärtner oder zum Pfarrer, obwohl viele Papiere erst einmal dringend nötig sind.
Was ist das allerwichtigste Papier? Die Sterbeurkunde?
Die hat an Dringlichkeit etwas verloren. Seit Januar 2009 gibt es ein bundesweites Gesetz, dass der Sterbefall nicht wie früher am ersten Werktag danach dem Standesamt gemeldet sein muss, sondern erst am dritten Werktag. Das gibt den Angehörigen mehr Ruhe in der Abschiedsphase. Am wichtigsten ist die Genehmigung zur Bestattung. Die bekommt man bei der Ordnungsbehörde – ob beim Standesamt, dem Friedhofsamt oder zur Polizei, das ist wieder je nach Bundesland und Kommune verschieden.
Was muss ich beim Grabstein beachten?
Bei der Erdbestattung muss sich die Erde in der Regel erst setzen, bis ein Grabstein drauf kann, bei der Urnenbeisetzung muss man nicht warten. Es kommt darauf an, ob der Grabstein außerhalb des Grabes stehen soll oder auf einem Betonfundament – bei manchen Friedhöfen kann man den Grabstein gleich setzen, bei anderen wartet man ein halbes Jahr, wieder bei anderen zwei Jahre. Für die Grabsteine sind Steinmetze zuständig; einige Bestattungsunternehmen haben auch Steinmetzbetriebe integriert. In jedem Fall kann der Bestatter die Angehörigen aber beraten.
Wie viel Prozent der Verstorbenen haben schon zu Lebzeiten vorgesorgt?
Etwa zehn Prozent. Deutlich mehr als früher. Mittlerweile pochen aber auch die meisten Pflegeheime darauf, eine Bestattungsvorsorge abgeschlossen zu haben. Sonst nehmen sie keinen auf.
Interview: kt
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