Das hätte der Priester Adolph Kolping sicherlich so nicht erwartet, als er vor mehr als 160 Jahren den Kölner Gesellenverein ins Leben rief und so den Grundstein legte für ein Werk, das heute die Welt umspannt. In 61 Ländern der Erde ist der Katholische Sozialverband heute vertreten. Nahezu 500.000 Mitglieder, davon 265.000 in Deutschland, gehören der Gemeinschaft an. Mehr als 7.000 von ihnen sind jetzt auf dem Weg in die Ewige Stadt. Sie feiern dort die 20. Wiederkehr des Seligsprechungstages Adolph Kolpings.
Wer war Adolph Kolping?
Wer war nun dieser Adolph Kolping und warum begeistern sich noch heute Menschen für ihn und sein Werk? Adolph Kolping wurde 1813 in Kerpen bei Köln geboren. Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen, arbeitete viele Jahre als Schuhmachergeselle und wechselte nach seinem Theologiestudium in den Priesterstand. Kolping wurde zu einem der herausragenden Wegbereiter der katholischen Sozialbewegung und ist noch heute für viele Menschen ein Vorbild.
1990 selig gesprochen
Bereits im Jahre 1934 wurde das Seligsprechungsverfahren für den „Gesellenvater“ vom damaligen Kölner Erzbischof Karl Joseph Kardinal Schulte eröffnet. Dennoch mahlten auch hier die Mühlen der kirchlichen Bürokratie sehr langsam. Erst ein halbes Jahrhundert später wurde Kolping am 27. Oktober 1991 durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Der polnische Papst hatte zuvor bei seinem Deutschlandbesuch 1980 über den späteren Seligen gesagt: „Solche Leitbilder wie Adolph Kolping brauchen wir für die Kirche von heute.“
Umfangreiches Programm
In Erinnerung an diesen Tag erwartet die Teilnehmer der Jubiläumswallfahrt vom 25. bis zum 29. Oktober nach den Angaben der Veranstalter ein umfangreiches Programm, das von der Teilnahme an der Audienz mit Papst Benedikt XVI. auf dem Petersplatz bis zu Abschlussgottesdienst mit dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn in der Lateranbasilika reicht. Eine Auftaktveranstaltung am 26.10. in der Audienzhalle des Vatikan und ein Wortgottesdienst in der Basilika di Santa Maria degli Angeli e dei Martiri runden das Angebot für die Pilger ab. Einer der Höhepunkte der Wallfahrt wird sicherlich der Gottesdienst am Seligsprechungstag Adolph Kolpings, dem 27. Oktober sein. Hauptzelebrant und Prediger ist hier der Protektor des Internationalen Kolpingwerkes, der Kölner Kardinal Joachim Meisner.
Hoffnung auf Heiligsprechung
Eine Hoffnung haben sie sicherlich dabei alle im Gepäck: die Heiligsprechung ihres Verbandsgründers. „Diese Wallfahrt wird für die, die bereits vor 20 Jahren bei der Seligsprechung zugegen waren eine beeindruckende Erinnerung und für alle Teilnehmer ein besonderes spirituelles Erlebnis in der Kolpinggemeinschaft sein“, freut sich der Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland, Ottmar Dillenburg.