Schaut man auf die aktuellen Inhalte in den Sozialen Netzwerken, ist das Thema Papstbesuch sicherlich eines der meistgeklickten in diesen Tagen. Sieht man dann, welche Häme, welcher Sarkasmus oder welcher tiefgründige Hass dort vereinzelt zu finden ist, erschreckt das den Beobachter der Szene schon sehr. Manches erinnert an das irre Verhalten einiger Schalke-Ultras bei der Rückkehr von Manuel Neuer im Bayerntrikot.
Woher kommt die Wut?
Woher kommt diese Abneigung gegen den Papst fragt man sich? Wäre er so weit weg von den Menschen, wie sie manchmal vorgeben, würde er doch nicht so polarisieren. Er wäre ihnen einfach egal. Aber das ist er nicht. Die Menschen lassen sich vielmehr darauf ein, ihn zu beschimpfen, zu boykottieren, gegen ihn zu demonstrieren. Das Problem scheint durchaus tiefer zu liegen. Viele Menschen mögen es nicht, wenn ihnen ein Spiegel vorgehalten wird. Das tut der Papst regelmäßig dann, wenn er in seinen Predigten gegen den Relativismus zu Felde zieht. In einer Zeit, in der Parteien ohne wirkliches politisches Programm die Parlamente entern, ist dort jemand an der Spitze der Katholischen Kirche, der ein Programm laut verkündet. Er sagt und schreibt „Gott ist Liebe“, er erinnert die Menschen an Gott und will ihn den Menschen bei seinem Deutschlandbesuch zeigen. Einen Gott der Liebe und des Vertrauens, von dem sich viele Menschen abgewendet haben, der sie aber dennoch nicht loslässt.
Die Suche nach Gott
Dass sie göttliches suchen sieht man an ihren zur Schau getragenen Sehnsüchten. Der Wunsch nach Werten wird durch persönliche Religions- oder Esoterik-Puzzles bedient. Eine Priese Buddhismus, vermischt mit den Leitsätzen der Bergpredigt, der Geruch von Weihrauch gepaart mit Hare Krishna-Rhythmen. Gerade so, wie es einem schmeckt. Die Frage nach Gott wird durch TV und Sportgötzen bedient, sie werden zu persönlichen Ikonen. Diese erfreuen sich ständiger Anbetung. Man sucht sich das, woran man sich orientieren möchte überall dort zusammen, wo man nicht in die Verantwortung, in die religiöse Pflicht genommen wird.
Zeitlose Werte
Und dann ist da auf einmal dieser Papst, der nicht nur zeitlose und ewige Werte verkündet, sondern auch an Wahrheiten und Überzeugungen seiner Kirche festhält, obwohl er weiß, dass er sich damit der öffentlichen Kritik aussetzt. Das macht Menschen, die sich gern beim leichtesten Windhauch wegducken Angst. Diese Angst setzen sie in Wut um und schreien sie heraus. Der Papst steht hart im Wind und er bleibt stehen!
Fürchtet Euch nicht
Deshalb weiß ich gerade an einem solchen Tag, wie schön es ist, dass der Glaube an Gott ein angstfreies Leben ermöglich. „Fürchtet Euch nicht“, das waren die Worte des Engels vor dem leeren Grab, als die Menschen die den toten Jesus suchten, den Auferstandenen nicht mehr fanden. „Fürchtet Euch nicht vor Gott, vor dem Göttlichen“, das ist die Botschaft dieser Tage. „Habt keine Angst“, das waren die ersten, die Balkonworte des frisch gewählten Papstes Johannes Paul II.. Sich ohne Angst auf die Suche nach Gott zu begeben, das wird eine der Botschaften von Benedikt XVI. sein, wenn er heute in Deutschland landet. Auch seine Gegner sollten die Ohren spitzen und gut zuhören, was dieser weise Mann zu sagen hat. Eigentlich bringt er allen Menschen genau die Botschaft, die die Menschen suchen: „Gott ist Liebe! Gott ist Hoffnung!“
Protest in die Ecke stellen
Deshalb werden der Jubel und die Freude den Protest und den Hass in die Ecke stellen. Sie werden verdrängt von der Erkenntnis, die viele Deutsche in diesen Tagen erneut gewinnen werden: Wir sind wieder Papst! (hei)
Die Redaktion von Liborius.de freut sich auf den Besuch des Heiligen Vaters in Deutschland! Herzlich willkommen und eine gute Zeit!