Am 8. Dezember 1813 wurde Adolph Kolping in Kerpen bei Köln geboren. Das „ph“ in seinem Namen verdankt er der damaligen französischen Besatzung. Kolping wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Seine Eltern waren Schäfer und bestellten ein kleines Stückchen Land. Trotz der Härte des Lebens umsorgten sie ihre fünf Kinder liebevoll in der katholischen Tradition. Kolping besuchte lediglich eine Dorfschule, für mehr reichte das Geld nicht. Mit 13 Jahren begann er eine Lehre beim örtlichen Schuhmachermeister Meuser. Nach drei Jahren legte er die Gesellenprüfung ab. Seinen mühseligen Beruf übte er insgesamt zehn Jahre lang aus.
Selbst wandernder Geselle
Selbst wandernder Geselle lernet Kolping das Elend der Gesellen kennen: Kein Heim, keine Familie, keine Perspektive. Kolping entschloss sich, etwas zu ändern und er begann bei sich selbst. Kolping wusste, dass der Ausweg aus dem Teufelskreis nur über Bildung erreicht werden konnte. Er meldete sich am Kölner Marzellengymnasium an, schaffte dort das Abitur und studierte dann in München und Bonn Theologie. Nach dem anschließenden Besuch des Kölner Priesterseminars empfing er am 13.4.1845 in der Kölner Minoritenkirche die Priesterweihe.
Kaplan in Elberfeld
Als Kaplan in Elberfeld erhielt Kolping Kontakt mit dem dortigen Junggesellenverein. Im Mai 1847 wurde er zum zweiten Präses der Vereins gewählt. In dieser Funktion eines geistlichen Vorsitzenden stellte er im September 1847 den Verein in einer Predigt vor mit den prägnanten Worten „Unser Wahlspruch aber ist Beten und Lernen und Arbeiten, alles mit Ernst und doch mit Fröhlichkeit“.
Domvikar in Köln
Kolping ließ sich im April 1849 als Domvikar nach Köln versetzen. Kurze Zeit später, am 6. Mai 1849 gründete er zusammen mit mindestens 19 Gesellen in der Kolumbaschule den Kölner Gesellenverein. Der Verein erfuhr regen Zulauf. Bereits im Januar 1850 zählte er 550 Mitglieder. Beim Tode Adolph Kolpings am 4.12.1865 existierten bereits 420 Gesellenvereine mit über 24.000 Mitgliedern in Deutschland sowie in zahlreichen europäischen Ländern und in Nordamerika.
Adolph Kolping wurde so zu einem Vorreiter für die katholische Sozialbewegung, lange vor Einführung der bahnbrechenden päpstlichen Sozialenzyklika „Rerum novarum“ im Jahre 1891. Der Kölner Kardinal Meisner bezeichnet ihn noch heute als Sozialapostel der Kirche.
Am 27. Oktober 1991 wurde Adolph Kolping durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Heute feiern mehr als 7.000 Kolpingmitglieder in Rom die Wiederkehr dieses Freudentages.