Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Allein gegen die Mafia

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Montag, 21. Mai 2012 Hermann Joseph , Erenfrid
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Papst und Gläubige

Allein gegen die Mafia

Am Wochenende besuchte der Papst Kalabrien. Hier ist die Ndrangheta zu Hause, die als gefährlicher gilt als die sizilianische Mafia.

Papst Benedikt XVI. besuchte am Sonntag die Region Kalabrien (Foto: dpa).
Papst Benedikt XVI. besuchte am Sonntag die Region Kalabrien (Foto: dpa).

„Verfallt nicht in Pessimismus und Rückzug“ rief Papst Benedikt XVI. den Einwohnern Kalabriens bei seinem Besuch am Sonntag zu. Mehr Einsatz für das Gemeinwohl sei in der süditalienischen Region gefordert. „Die besorgniserregende Arbeitslosigkeit und die oft grausame Kriminalität, verletzen das soziale Gefüge“, stellte Benedikt XVI. fest. In der hohen Arbeitslosigkeit sieht der Papst auch eine der Ursachen für die Machtfülle des organisierten Verbrechens. In Kalabrien sind etwa zwölf Prozent der Erwerbstätigen ohne Arbeit. Das sind vier Prozent mehr als der italienische Durchschnitt. Besonders erschreckend ist die Arbeitslosenquote bei jungen Menschen zwischen 15 und 24. Sie liegt bei nahezu 40 Prozent.

Mächtige Organisation

Kalabrien ist die Heimat der Ndrangheta, eine Vereinigung der kalabrischen Mafia. Ihr Aktionsradius umfasst ganz Europa, Nord- und Südamerika sowie Russland und Australien umfasst. Der Jahresumsatz der mächtigsten Mafia-Organisation Europas wird auf etwa 44 Milliarden Euro geschätzt.

50.000 Menschen

Der Papst riet den Kalabriern mit „der ihnen eigenen erstaunlichen Einsatzbereitschaft eine bessere Zukunft“ vorzubereiten. Etwa 50.000 Menschen hatten sich bei regnerischem Wetter auf einem noch spärlich bebauten Industriegelände eingefunden. Dieses Gelände trägt seit einigen Tagen den Namen „Industriegebiet Benedikt XVI.“ Der örtliche Bürgermeister von Lamezia Terme, Gianni Speranza, rief die Menschen in Kalabrien wie der Heilige Vater zuvor auf, es nicht zuzulassen, dass „sich die Herrschaft krimineller Mächte in ihrem Land“ verstärke.

Ressourcen nutzen


„Nutzt die Ressourcen eures Glaubens und eurer Menschlichkeit; stärkt euch in der Fähigkeit der Zusammenarbeit, des sich Kümmerns um den Anderen und um das Gemeinwohl“, ermahnte Benedikt XVI. die Zuhörer in seiner Predigt. Er forderte die Kalabrier zur Bewahrung des Zeugnisses der menschlichen und christlichen Werte auf. „Euch Gläubigen, der Jugend und den Familien, sage ich: Habt keine Angst, den Glauben in den verschiedenen Feldern der Gesellschaft und den vielen Situationen des menschlichen Lebens zu leben und zu bezeugen!“

 

 




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