Als Benedikt XVI. in die großen Fußstapfen seines Vorgängers Johannes Paul II. trat war es eine der großen Fragen: Wird dieser in seiner bisherigen Vita eher als spröder Wissenschaftler daherkommende Papst die Jugend ebenso begeistern können? Eine Frage, die Benedikt XVI. schon wenige Wochen später beim Weltjugendtag in Köln selbst beantwortete. Seine Gesten sind weniger groß als die des polnischen Papstes, sein Lächeln wirkt schüchterner. Aber auch er strahlt, wenn er die Begeisterung sieht, mit der ihm gerade auch die jungen Menschen begegnen.
Große Hoffnungen
Große Hoffnungen an den Papstbesuch knüpft deshalb auch Dirk Tänzler. Er ist der Bundesvorsitzende des Bundes der katholischen Jugend (BDKJ). Tänzler steht einem Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden vor. 660.000 katholische Kinder, Jugendliche und jungen Erwachsene repräsentiert der BDKJ. „Wir hoffen, dass der Papst mit Worten, Symbolen und Gesten den Glauben der Menschen in Deutschland stärkt. Und wir sind gespannt auf die Impulse, die er für das religiöse und gesellschaftliche Miteinander in Deutschland setzt“, erklärt Tänzler.
Dich schickt der Himmel
„Dich schickt der Himmel“ wird deshalb auf den Bannern stehen, die der katholische Jugendverband beim Papstbesuch in Berlin, Thüringen und Freiburg zeigen wird. Keine Überhöhung des Amtes ist das, sondern ein besonders herzlicher Gruß. „Ihn schickt der Himmel, weil er als Nachfolger Petri Oberhaupt unserer Kirche ist. Viele junge Katholikinnen und Katholiken schätzen Papst Benedikt als authentische Person, als glaubwürdige Glaubensfigur“, macht Tänzler deutlich. Gleichzeitig treffe Benedikt XVI. in Deutschland auf viele Jugendlichen, die Veränderungen in ihrer Kirche vermissen.
Erwartungen der Jugend
Deshalb formuliert der BDKJ auch die Erwartungen, die die große Mehrheit der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im BDKJ an den Papst hat. Es gehe um Fortschritte bei der Gleichberechtigung von Männern und Frauen, mehr Mitsprache von Laien und eine moderne Sprache in der Kirche. Die Hoffnung auf schnelle Veränderungen nährt Tänzler nicht. Er befürchte, dass sich in absehbarer Zeit nichts Gravierendes ändere. „Aber wir sind sicher, dass der Papst ein offenes Ohr für die Anliegen junger Menschen hat.“
Auch in der Ökumene wünscht sich der BDKJ vom Papstbesuch einen „neuen Schub für das Miteinander aller Christinnen und Christen in Deutschland“. Dabei hofft der Jugendverband, dass der Heilige Vater auch die Politik bei seinem Deutschlandbesuch ins Gebet nimmt. „Der BDKJ geht davon aus, dass Papst Benedikt XVI. den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen seine Sicht einer gerechten, friedlichen und solidarischen Gesellschaft deutlich aufzeigt.“
Liborius.de berichtet
Liborius.de wird in den Tagen bis zur Ankunft des Papstes in seiner Heimat und während des Deutschlandbesuches intensiv über alles, was im Mittelpunkt des Besuchs, aber auch an seinem Rande passiert berichten. Wir freuen uns, wenn unsere User uns ihre persönlichen Eindrücke schildern und Fotos und Videoclips vom Papstbesuch zusenden. Das alles bitte an redaktion@netzwerker-koeln.de.