Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Betroffenen eine Stimme geben

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Glaube und Leben

Betroffenen eine Stimme geben

Mit ihrer Unterschriftenaktion für eine Änderung des Umgangs mit wiederverheirateten Geschiedenen will die kfd ein Zeichen setzen. Die Vorsitzende Maria Theresia Opladen stellt unseren Fragen.

Eine Ehe wird für ein Leben lang geschlossen. Eine Scheidung kennt die katholische Kirche nicht. (Foto: dpa)
Eine Ehe wird für ein Leben lang geschlossen. Eine Scheidung kennt die katholische Kirche nicht. (Foto: dpa)

In ihrer Aktionswoche „kfd – dafür stehen wir“ startete die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) eine bundesweite Unterschriftenaktion. Es geht um wiederverheiratete Geschiedene.

Die Bundesvorsitzende der kfd, Maria Theresia Opladen, im Interview mit liborius.de.

liborius.de: Glauben Sie, mit einer Unterschriftenaktion heute noch etwas bewirken zu können?

M.T. Opladen: Ja, denn es gibt immer mehr Betroffene. Rund 25% der heute in Deutschland geschlossenen Ehen sind Wiederverheiratungen. Prominente Beispiele wie das unseres Bundespräsidenten Christian Wulff zeigen, dass das Thema inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die Unterschriftenaktion verleiht den direkt oder indirekt Betroffenen eine Stimme (über prominente Fürsprecher hinaus). Sie ist auch ein Ausdruck der Solidarisierung.


liborius.de: Wie viele Unterschriften wollen Sie erreichen?

M.T. Opladen: So viele wie möglich. Jede Stimme zählt.


liborius.de: Glauben Sie, dass Sie das Meinungsbild der Bischofskonferenz mit so einer Aktion beeinflussen können?

M.T. Opladen: In jedem Fall kann sie Anlass sein, sich des Themas noch einmal näher anzunehmen. Die Unterschriftenaktion zeigt ja auch, das Geschieden-Wiederberheiratete darunter leiden, dass sie der kirchlichen Gemeinschaft letztlich nur noch mit Einschränkungen angehören. Dabei bräuchten doch gerade sie, die nach dem schmerzhaften Scheitern einer Ehe einen Neuanfang wagen, Unterstützung und Ermutigung. Einer Kirche, die die Nöte der Menschen ernst nimmt, kann das nicht egal sein.


liborius.de: Erzbischof Zollitsch hat ja die Hoffnung ausgesprochen, dass eine „barmherzige Lösung“ noch zu seinen Lebzeiten eintritt. Wird er mit der Annahme auf ein langes Leben hoffen müssen?

M.T. Opladen: Abgesehen davon, dass ich Erzbischof Zollitsch ein langes Leben von Herzen wünsche, bin ich überzeugt, dass die Bischöfe das Wohl der Menschen ganz klar im Blick haben. Die Kirche muss in Lehre und Praxis dazu beitragen, dass Frauen und Männer die menschenfreundliche und barmherzige Grundhaltung und Liebe Jesu erfahren können. Deshalb vertraue ich auch darauf, dass wir im Rahmen des aktuellen Dialogprozesses in dieser Frage sichtbare Fortschritte erzielen werden.




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Mahner

am Sonntag, 25. Dezember 2011

Es bleibt das Problem zu lösen, welches ich so beschreiben will: kann ich ein Sakrament empfangen (Zulassung zur Eucharistie) indem ich gleichzeitig gegen ein anderes verstoße (Vollzug der Ehe)? In der Kirchengeschichte gab es durchaus unterschiedliche Auffassungen: sogar Verbot der Wiederverheiratung von Witwen/Witwern. Eine Zulassung zur Eucharistie von Wiederverheirateten muss die Ehe "als weltlich Ding" (Luther) erklären. Es ist also nicht nur ein "Akt der Barmherzigkeit". Und wo sind die Befürworter der "Sitzen-Gelassenen", also der Verlassenen? Spielen die keine Rolle mehr?

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von Josef Ketzer

am Mittwoch, 19. Oktober 2011

Die Kirche sollte in dieser Frage gerade heute mehr denn je konsequent bleiben. Die wiederverheirateten Geschiedenen sollten sich halt damit abfinden, eh sehr viele, aber eben nicht alle kirchlichen Mitgliedschaftsrechte zu genießen. Und warum gerade "heute mehr denn je"? Nun, noch vor 20 Jahren konnte man davon ausgehen, dass wiederverh. Gesch., die auch den kath. Glauben praktizierten, tatsächlich unschuldig Verlassene waren, die eben nicht für immer allein bleiben wollten. Heute aber, wo Scheidungen aus den lächerlichsten Gründen endemisch geworden sind, haben wir dann auch im katholischen Bereich jene Alpha-Typen, die den Partner und vor allem auch die Partnerin lustvoll wie die Automarke wechseln und als Upgrade auch noch die volle kirchliche Anerkennung ihres Lebensstiles erhalten.

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von Gabriele Schreiber

am Samstag, 8. Oktober 2011

Es macht mich sehr traurig zu lesen, welchen Stellenwert die Ehe bei einigen Menschen hat. Wenn ich mich an das Versprechen erinnere, das ich meinen Mann vor Gott gegeben habe, so ist dies für mich mein ganzes Leben verbindlich. Wird eine Ehe vor Gott, mit dem Versprechen der Liebe in guten und in schlechten Tagen, geschlossen, so ist dies ähnlich meines Glaubenlebens, denn ich glaube an Gott auch in guten und in schlechten Tagen, auch wenn es mir manchmal sehr schwer fällt. Sollte aber dennoch eine Ehe nicht mehr weitergeführt werden können, hat die Katholische Kirch die Möglichkeit mit den von ihnen eingerichteten Stellen diese Ehe aufzulösen. Ich kann nur den Ehepartnern raten diese Stelle zu konsultieren. Diese Möglichkeit erübrigt die Diskussion über die Zulassung der Geschiedenen zur Kommunion. Wenn mir wichtig ist, vor Gott meinem Ehepartner die Treue zu versprechen, dann kann ich die Auflösung auch nur über die Katholische Kirche erwirken. Ganz herzlich bitte ich diese Möglichkeit zu prüfen und nicht vorschnell zu urteilen.

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von Anticatholic

am Freitag, 7. Oktober 2011

Jesus Christus ist für mich erst einmal eine Person wie du und ich. Er ist für mich kein „Übermensch“ oder der Sohn Gottes. Er ist einfach eine Person, die durch ihr extrovertiertes Verhalten auf sich aufmerksam gemacht hat. Meiner Meinung nach bestehen die Wunder, die er vollbracht haben soll hauptsächlich nur aus Lügen, bzw. Zudichtung durch die mündliche Überlieferung. Wunder, wie die Heilung blinder, tauber oder stummer Personen durch Jesus halte ich für sehr unwahrscheinlich, da dies noch nicht einmal mit der heutigen hochentwickelten Medizin oder durch operative Eingriffe nur teils möglich ist.
Nun zur Geburt Jesu und der Beziehung zu Gott. Da Maria, die Mutter Jesu, bei der Geburt Jungfrau gewesen sein soll und ein Kind von einer Person, bzw. einer übernatürlichen Macht, bekommen haben soll, die nicht als fleischgewordene Person auf der Erde weilte, ist diese Vorstellung meiner Ansicht nach unschlüssig. Es gibt zwar jungfräuliche Geburten, diese sind dann aber anders zu erklären als eine Geburt, durch eine nicht auf der Erde existierende übernatürliche Macht. Die übernatürliche Macht, die als Gott bezeichnet wird, aber nicht in Gestalt einer Person auf der Erde verweilt, kann somit nicht für die jungfräuliche Geburt verantwortlich sein. Dieser Teil der Geschichte Jesu ist meiner Ansicht nach reine Überinterpretation, da es anatomisch, wie auch physisch nicht möglich ist.
Jesus Christus mag zwar eine Person gewesen sein, die angeblich Taten, welcher Art auch immer vollbracht haben soll, aber nicht in persönlicher Beziehung zu Gott stand. Er hat nachweislich von Gott gepredigt und ihn den Menschen näher gebracht. Durch das Predigen und Näherbringen Gottes, haben sich die Menschen in seinem Umfeld Gott näher gefühlt und haben somit in Jesus den Sohn Gottes gesehen.
Ich stelle es jedem Menschen frei an Gott und seinen Sohn, in der Form, wie es in der Bibel beschrieben wird, zu glauben. Ich glaube nicht an Gott als Person und an seinen fleischgewordenen Sohn, sondern nur an eine übernatürliche Macht, welche den Titel „Gott“ trägt. Es ist historisch Bewiesen, dass eine Person Namens Jesus Christus (Jesus von Nazaret) in dem in der Bibel beschriebenen Zeitraum gelebt haben soll. Laut der Überlieferung, mündliche, wie auch schriftlich, hat diese Person Taten vollbracht, mit denen sie auf sich aufmerksam gemacht hat und welche zur Kreuzigung geführt haben. Die in der Bibel beschriebene Auferstehung Jesu halte ich für irreal, da eine tote Person nicht einfach nach drei Tagen wieder ins Leben zurückkehren kann und einen überdimensionalen Stein, welcher vor dem Grab gestanden haben soll und welcher von innen nicht wegzubewegen war, wegbewegen kann.

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von Gerhard Hackl,Pfarrer

am Donnerstag, 6. Oktober 2011

Lernen wir doch endlich von der barmherzigen und offiziell von Rom anerkannten Haltung bezüglich Wiederheirat von den mit uns unierten Ostkirchen. Sie sind diesbezüglich viel besser mit dem Evangelium und dem barmherzigen Gott verbunden ! Seid barmherzig wie euer himmlischer Vater barmherzig ist ! Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen, aber die Kirche kann es, denn sie hat von Jesus die Losegewalt, die auch für das Eheband gilt und von den unierten Kirchen offiziell hier angewandt wird.

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von Gerhard Hackl,Pfarrer

am Donnerstag, 6. Oktober 2011

Lernen wir doch endlich von der barmherzigen und offiziell von Rom anerkannten Haltung bezüglich Wiederheirat von den mit uns unierten Ostkirchen. Sie sind diesbezüglich viel besser mit dem Evangelium und dem barmherzigen Gott verbunden ! Seid barmherzig wie euer himmlischer Vater barmherzig ist ! Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen, aber die Kirche kann es, denn sie hat von Jesus die Losegewalt, die auch für das Eheband gilt und von den unierten Kirchen offiziell hier angewandt wird.

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von Woller Hewrmann

am Donnerstag, 6. Oktober 2011

Die Kirche - eigene Gemeinde-Erfahrung - verliert manchmal wichtige, engagierte Mitarbeiter/innen in der Gemeinde, wenn sie die einfach rauswirft, weil die 1. Ehe irreparabel war und die Rest-Familie nach einer Mutter, einem Vater schreit. Und der 2. Anlauf wird in der Regel wirklich mit mehr Sorgfalt gelebt.

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von Rötting Leo

am Donnerstag, 6. Oktober 2011

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von Gidi Außerhofer, Pfarrer

am Donnerstag, 6. Oktober 2011

Bin der Meinung von Fr. Opladen:"Die Kirche muss in Lehre und Praxis dazu beitragen, dass Frauen und Männer die menschenfreundliche und barmherzige Grundhaltung und Liebe Jesu erfahren können." Deswegen sollte ein ehrlicher, der Situation der Betroffenen entsprechender Umgang mit ihnen und in diesem Sinn auch die Möglichkeit des Sakramentenempfanges gegeben werden.

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