am Sonntag, 18. September 2011
Sehr geehrte Frau Tappe!
Die Wahrheit hat viele Facetten. Die von mir eingebrachten Facetten mögen nicht in Ihr Weltbild passen und Sie erregen sich darüber. Das kann ich gut ertragen.
Gespannt wäre ich auf Ihre Wahrheiten – bezogen auf Papst Benedikt!
Wenn es um Argumente geht, können mich Ihre Emotionen nicht beeindrucken. Tragen Sie Ihre Argumente vor und wir können uns dann darüber auseinandersetzen.
Im Übrigen gilt immer noch, wenn es um Wahrheit geht, die alte Pilatusfrage:
Quod est veritas?
Sie haben Ihre „Wahrheit“ – ich habe meine „Wahrheit“. Wenn Sie Ihre Wahrheit einbrächten, könnten wir miteinander ins Gespräch kommen.
Herzliche Einladung!
Paul Haverkamp, Lingen

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am Sonntag, 18. September 2011
Ich frage mich: Wer ist eigentlich Paul Haverkamp? Oder: Was meint er zu sein? Ich habe selten so eine
gehässige Zuschrift gelesen, ich bin erschüttert, dass
Herr H. sich erdreistet, Lukaschenko und unseren Papst auf eine Stufe zu stellen.
Ich bin ein sehr kirchenkritischer Mensch, aber niemand sollte die Grenzen des Anstandes überschreiten und niemand sarf je so respektlos sein.
Was ich dem Papst zu sagen hätte, wäre einiges und
vieles würde ihm nicht behagen- aber so einen
rüpelhaften Ton würde ich mir nie anmaßen.
Herr Haverkamp, Sie sollten sich was schämen!

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am Freitag, 16. September 2011
Ich protestiere hiermit ausdrücklich gegen die Einladung des Papstes, vor der deutschen Volksvertretung im Reichstag sprechen zu können; vorweg betone ich, dass der Papst in seiner Funktion als „Staatsoberhaupt“ dieses Recht wahrnimmt.
Ein Staatsoberhaupt mit einem – bezogen auf die Shoa – derart defizitären Geschichtsverständnis, das zugleich Staatsoberhaupt eines von ihm absolutistisch und autoritär regierten Staates ist, darf kein Recht haben, vor einer deutschen Volksvertretung eine Rede halten zu dürfen. Sie kämen gewiss ja auch nicht auf die Idee, Herrn Lukaschenko vor der deutschen Volksvertretung sprechen zu lassen.
Das von Papst Benedikt formulierte Geschichtsverständnis hinsichtlich der Schuldverstrickungen der katholischen Kirche während der NS-Zeit bleibt äußerst defizitär; besonders deutlich wurde diese Beobachtung bei seinem Aufenthalt in Auschwitz im Juni 2006.
„Es war und ist eine Pflicht der Wahrheit, dem Recht derer gegenüber, die gelitten haben, ein Pflicht vor Gott, als Nachfolger von Johannes Paul II. und als Kind des deutschen Volkes hier zu stehen – als Sohn des Volkes, über das eine Schar von Verbrechern (sic !!!) mit lügnerischen Versprechungen, mit der Verheißung der Größe, des Wiedererstehens der Ehre der Nation und ihrer Bedeutung, mit der Verheißung des Wohlergehens und auch mit Terror und Einschüchterung Macht gewonnen hatte, so dass unser Volk zum Instrument ihrer Wut des Zerstörens und der Herrschens gebraucht und missbraucht werden konnte…“ - Auszug aus einer Rede Benedikts bei seinem Auschwitz-Aufenthalt.
• War es wirklich nur eine (kleine?) Schar von Verbrechern? War nicht das deutsche Volk in erheblichem Maße involviert? Hat ein Großteil des deutschen Volkes z.B. in der Nacht vom 9./10. Nov. 1938 und in den folgenden Tagen nichts gesehen?
• Welche Rolle spielten eigentlich die Bischöfe und große Teile des Klerus?
Die Verharmlosung der deutschen Schuld (und der Schuld der Kirche!!!) bei seiner Rede in Auschwitz stellt für mich ein Hinderungsgrund dar, diesen Papst vor der deutschen Volksvertretung sprechen zu lassen. Der Papst hat mit seinem defizitären Geschichtsverständnis bezüglich der Rolle des deutschen Volkes und insbesondere der Rolle der Kirchen hinsichtlich der Verantwortung für die Shoa eine Grenzlinie überschritten, die sich keine frei und demokratisch gewählte deutsche Volksvertretung bieten lassen darf, weil dieser Papst mit seinen einer Geschichtsklitterung Nahrung gebenden Äußerungen genau den Parteien Wasser auf ihre Mühlen sein dürfte, die keine Demokrat im Reichstagsgebäude sehen möchte. Ich protestiere hiermit aufs Deutlichste gegen die Einladung durch Parlamentspräsident Lammert, Papst Benedikt vor der deutschen Volksvertretung sprechen lassen zu dürfen.
Dass der Papst im Zusammenhang mit der Aufhebung der Exkommunikation der Piusbrüder zudem einen Auschwitz-Leugner rehabilitierte, verleiht dem päpstlichen Desaster noch eine weitere tragische Dimension.
Wenn Benedikt XVI. glaubt, den Holocaust auf „eine wahnwitzige, neuheidnische Rassenideologie“ zurückführen zu können, so wird er der verhängnisvollen und schuldbeladenen Rolle der christlichen Kirchen in den zurückliegenden Jahrhunderten, aber vor allem auch ihrer Rolle während der Nazizeit, nicht in ausreichendem Maße gerecht. Denn nicht nur der rassenideologisch begründete Völkermord der Nationalsozialisten ist für den einzigartigen Kulturbruch der Menschheit und die unvergleichbare Verletzung von Menschenrechten und Menschwürde verantwortlich, sondern auch der von den christlichen Kirchen seit Jahrhunderten gepredigte und praktizierte Antijudaismus hat in den Köpfen der Nazischergen eine unverwechselbare Spur der Verantwortungs- und Gewissenlosigkeit bei der Exekution des Völkermordes hinterlassen.
Ein Gesprächskreis „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der Deutschen Katholiken unter der Leitung von Werner Trutwin stellte 2002 zusammenfassend fest:
„Der kirchlicherseits oft gehörten Behauptung, der Antisemitismus habe seine Wurzeln nur außerhalb des Christentums, ist zu widersprechen : Zwar hat der Antisemitismus des Nazi-Regimes mit seiner Rassenlehre und seinem Vernichtungswillen gegenüber dem kirchlichen Antijudaismus eine neue Dimension erreicht, doch wäre der heidnische Antisemitismus ohne die Grundlegung des christlichen Antijudaismus nicht möglich gewesen. Die unheilige Allianz beider Überzeugungen führte zu Auschwitz.“
Hinzu kommt, dass der Papst - er kommt ja in seiner Funktion als Staatsoberhaupt nach Deutschland – das letzte absolutistisch regierende Staatsoberhaupt in Europa ist. Kein Führer der Welt hat eine ähnlich totalitäre Herrschervollmacht. Der Führer des Vatikans vereinigt in einer Person die Legislative , Exekutive und Judikative. Jesus von Nazareth sagte hingegen: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" (Johannes 18, 36). Deshalb steht das Papsttum und die Kirche auch in diesem zentralen Punkt (wie auch in allen wesentlichen anderen) im krassen Gegensatz zu dem Mann aus Nazareth.
Kein noch so ausgefeiltes antidemokratisches Rechtssystem wird auf Dauer die kritischen Geister in der katholischen Kirche mundtot machen können. Wenn die katholische Kirche im Bereich ihrer Organisations,- Ämter- und Verwaltungsstrukturen ihren Weg der Unglaubwürdigkeit, Menschenverachtung und Unrechtmäßigkeit verlassen will, gibt es nur den einen Weg, den alle Demokratien auch zuvor gegangen sind : Einführung von Gewaltenteilung, Verfassung und Beachtung der Menschenrechte!
Als Beispiel für die Missachtung der Menschenrechte sei der vom Vatikan praktizierte Umgang mit Hans Küng angeführt:
Muss man Hans Küng nicht recht geben, wenn er hinsichtlich seiner vom Vatikan praktizierten juristischen Behandlung feststellt: „Mit Trauer und Unverständnis habe ich den Ausgang der römischen Verhandlungen zur Kenntnis genommen. Der Papst verurteilt einen Mann, den er nicht gehört hat. Die römische Devise ‚audiatur et altera pars’ (auch der andere Teil soll gehört werden) gilt im päpstlichen Rom nicht. Obwohl ich mehrere Male an den Papst geschrieben und zuletzt durch den Bischof von Rottenburg dringend um ein Gespräch mit ihm gebeten hatte, fand der Papst es nicht nötig, einen katholischen Theologen persönlich anzuhören, der seiner Kirche durch ein Vierteljahrhundert nach bestem Wissen und Gewissen zu dienen versuchte. Ein unbequemer Kritiker soll mit allen Mittel geistliche Gewalt zum Schweigen gebracht werden.“ (Umstrittene Wahrheit : S. 621-622) ….„ Gegen alle falschen Behauptungen stelle ich deshalb in den säkularen Medien richtig …..Ich habe mich nur einem Inquisitionsverfahren verweigert, wo Untersuchende, Anklagende und Richtende identisch sind, wo mir Einsicht in die Akten verweigert wird, ich keinen Verteidiger benennen darf, in meiner Abwesenheit verhandelt wir und keine Appellationsmöglichkeit besteht. Das verstößt gegen die Menschenrechtserklärung des Europarates, Artikel 6.“ ( Umstrittene Wahrheit : S. 628)
Heute haben fast alle europäischen Staaten - ausgenommen der Vatikan und Weißrussland - die Menschenrechtskonvention des Europarats unterzeichnet und ratifiziert.
Weder ein politisches System noch die kath. Kirche darf unterstützt werden in ihren autoritären, undemokratischen und menschenrechtsverletzenden Strukturen!
Paul Haverkamp, Lingen

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am Freitag, 16. September 2011
Wie würde sich wohl Herr Schwanitz verhalten, wenn der italienische Ministerpräsident zu Gast im 'Hohen Hause' wäre? Volksvertreter wie Herr Schwanitz sind sicher nicht die Vertreter des Volkes - vermutlich nicht mal die einer Minderheit. Für mich ist solch ein Verhalten einem Gast gegenüber, der ja eingeladen wurde, im Bundestag zu sprechen, einfach eine grobe Unverschämtheit. Ich bin allerdings sicher, dass er damit auch bei der Führung seiner eigenen Partei keinen Zuspruch finden wird.

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am Donnerstag, 15. September 2011
Den fernbleibenden Volksvertretern fehlt es an Toleranz und Anstand. Es passt durchaus in das Bild, wonach Deutschland ein säkulares Land ist. Würde der höchste Vertreter des Islam vor dem Bundestag sprechen, so würden diese Damen und Herren nicht wegbleiben.

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am Donnerstag, 15. September 2011
Das sind also unsere Volksvertreter. Einen "lupenreinen Demokraten" wie Putin empfangen sie mit ehrerbietigem Beifall und beim Papst bleiben sie weg. Wundern sich die Damen und Herren eigentlich noch, dass immer weniger Menschen zur Wahl gehen. Diese Volksvertreter vertreten nur sich selbst und nicht das Volk!

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