Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: C wie Kesselflicker

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Montag, 21. Mai 2012 Hermann Joseph , Erenfrid
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Politik und EThik

C wie Kesselflicker

Christliche Politiker sollten vor allem eines verfolgen: die 10 Gebote und die Vorgaben der Bergpredigt. Wuttiraden die Parteifreunde verletzen, gehören nicht dazu. Unser Standpunkt auf liborius.de.

Wolfgang Bosbach (l.) im Deutschen Bundestag. Er überlegt, ob er in der Politik weitermachen soll. (Foto: dpa)
Wolfgang Bosbach (l.) im Deutschen Bundestag. Er überlegt, ob er in der Politik weitermachen soll. (Foto: dpa)

Was ist das besondere Merkmal, das christliche Politik auszeichnet. Die CDU definiert ihr Selbstverständnis auf ihrer Internetseite wie folgt: „Grundlage unserer Politik ist das christliche Verständnis vom Menschen und seiner Verantwortung vor Gott. Unsere Grundwerte Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit sind daraus abgeleitet. Die CDU ist für jeden offen, der die Würde und Freiheit aller Menschen und die daraus abgeleiteten Grundüberzeugungen unserer Politik bejaht.“

Roland Pofalla ist amtierender Kanzleramtsminister und war zuvor Generalsekretär der C-Partei. Er sollte also dieses Selbstverständnis kennen und besser noch, danach handeln. Das christliche Verständnis vom Menschen - beinhaltet das etwa einen Parteifreund, der aus seiner Überzeugung heraus eine bestimmte politische Linie nicht mitzugehen bereit ist, zu sagen: „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“?

Ist die Solidarität für Pofalla eine politische Einbahnstraße, die nur dann funktioniert, wenn er sie als Koalitionsdisziplin einfordern kann?

Welches Bild gibt schließlich ein Kanzleramtsminister ab, der auf den Einwand Bosbachs  “Ronald, guck bitte mal ins Grundgesetz, das ist für mich eine Gewissensfrage” sagt “Lass mich mit so einer Scheiße in Ruhe”? Dabei muss man gar nicht hinterfragen, was Pofalla mit dem Sch..-Wort meint. Das Grundgesetz für die Bunderepublik Deutschland, oder die Gewissensentscheidung eines frei gewählten Abgeordneten. Beides aus dem Munde eines Mannes wie Pofalla ist eine Bankrotterklärung christlicher Politik.

Wo ist denn noch das C in der CDU. Eine Frage, die immer wieder gestellt wird. Dort, wo das Profil als Partei auf der Basis der Christlichen Gesellschaftslehre oft nur schwer zu erkennen ist. Dort wo der Mensch in der politischen Auseinandersetzung oft nicht mehr im Mittelpunkt steht. Pofallas üble Pöbeleien mit Nervosität in hochsensibler politischer Zeit zu entschuldigen, ist zu wenig. Das C bedeutet eben nicht: kloppt Euch wie die Kesselflicker! Die Kanzlerin ist auch hier gefordert, will sie vermeiden, dass das Ansehen der politischen Klasse noch weiter leidet. (hei)




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