Seit 1992 begeht die katholische Kirche jährlich am 11. Februar, dem Fest der Gottesmutter von Lourdes, den Weltkrankentag. Wer einmal erlebt hat, wie ein todkranker Mensch aus der Krankensalbung Hoffnung geschöpft hat, der wir die Botschaft der Heiligen Vaters zum Welttag der Kranken nachvollziehen können. Das sich Einlassen auf den göttlichen Willen in diesem Moment der Hoffnungslosigkeit spendet Trost und Kraft nicht nur für den kranken Menschen sondern auch für seine Angehörigen.
Kostbarkeit des Glaubens
Mit den Jesusworten „Steh auf und geh, dein Glaube hat dir geholfen“ blickt der Heilige Vater auch das von ihm selbst ausgerufene „Jahr des Glaubens“ voraus. „Es ist eine geeignete und kostbare Gelegenheit, die Kraft und Schönheit des Glaubens wiederzuentdecken und ihn im tagtäglichen Leben zu bezeugen.“ Gesundheit ist für Benedikt XVI. auch immer eine spirituelle Gesundheit. Er ermuntert die Kranken und Leidenden „immer einen sicheren Anker im Glauben zu finden“.
Letztes Bekenntnis
Diese Nähe ist tatsächlich hilfreich, wenn Menschen sich auf ihre letzte Reise begeben. Wenn die Hoffnung nur noch darin liegt, das jahrzehntelang gehegte und gelebte Bekenntnis des Glaubens auch in den schwersten Stunden zu sprechen. Benedikt XVI. betont seine spirituelle Nähe und Zuneigung gegenüber allen Kranken der Welt. „Wer glaubt, ist nicht allein, denn Glaube rettet“, macht er unter Bezug auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter deutlich. „Die Liebe der Kirche ist dabei sei eine Verlängerung der nie endenden Fürsorge in der Zeit. Wo die Gesellschaft Bedürftige in Isolation und Abgeschiedenheit treibt, ist der barmherzige Gott für sie da.“
Kein minderwertiges Sakrament
Benedikt XVI. würdigt ausdrücklich das Sakrament der Krankensalbung. „Sie darf nicht als minderwertiges Sakrament gegenüber den anderen Sakramenten wahrgenommen werden.“ Die gesamte Kirchengemeinschaft solle dafür Sorge tragen, die Eucharistiefeier den Menschen zugänglich zu machen, die aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht direkt an ihr teilnehmen könnten. Dies beinhaltet einen deutlichen Auftrag an die Seelsorger in den Gemeinden. Sie, die Krankenbesuche zu Hause und in Krankenhäusern machen, sollen sich ihren Schützlingen mit pastoraler Hingabe widmen. Ob sie das in der derzeitigen Personalsituation der Kirche allerdings leisten können, bleibt mehr als fraglich.
Dank an Sorgende
Benedikt XVI. dankt in seiner Botschaft allen Menschen im Bereich der Krankenfürsorge. „Mit Professionalität und im Verborgenen bezeugen sie durch ihr Wirken die Gegenwart Christi.“