„Die Gewalt ist ein Weg, der nur zum Schmerz führt, zur Zerstörung und zum Tod; der Respekt, die Versöhnung und die Liebe sind der Weg, um Frieden zu erreichen.“ So brachte Papst Benedikt XVI. die Lage in Nigeria auf den Punkt. Dort fliehen inzwischen viele Christen aus dem muslimisch geprägten Norden des Landes in den katholischen Süden. Sie haben Angst vor weiteren Anschlägen. Am Weihnachtstag waren bei Bombenattentaten auf katholische Kirchen in dem afrikanischen Land mindestens 40 Menschen getötet worden.
Religionskonflikt
Natürlich ist das ein Religionskonflikt, auch wenn der spirituelle Führer der Muslime in Nigeria, der Sultan von Sokoto, dies bestreitet. Die radikal-islamische Boko-Haram-Sekte bekannte sich zu dem anschlagt, der sicherlich auch einen terroristischen Hintergrund hat, weil die Organisation dem Terrornetzwerk Al Kaida nahesteht. Donnoch wird offenkundig: Hier greifen Muslime Christen an. Hier findet religiöse Verfolgung statt. Der Staat scheint dfabei die Rolle des ohnmächtigen Zuschauers einzunehmen. Präsident Goodluck Jonathan ruft die Christen auf, „keine Rache zu üben“.
Feige Attacken
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, wandte sich in einem Kondolenzschreiben an den Vorsitzenden der Nigerianischen Bischofskonferenz. Zolitsch drückt die Trauer und das Mitgefühl für die Opfer der Attentate aus: „Die feigen Attacken auf Gotteshäuser sind für mich unvorstellbare und von blindem Hass gesteuerte Taten.“ Es mache ihn sprachlos und traurig, wenn er so viele Nachrichten über Terror und Gewalt aus Nigeria höre. „Wie intensiv setzen Sie sich persönlich für eine Verständigung zwischen den Religionen und Kulturen in Ihrem Land ein?“, fragte Zollitsch. Die Taten vom Weihnachtstag zeigten einmal mehr die menschenverachtenden Abgründe, zu denen Terrorismus fähig sei. „Der Frieden ist möglich, auch wenn er durch solche Anschläge wie vor drei Tagen ausgehöhlt und durch Fanatismus geschädigt werden soll“, machte Zollitsch seinen Amtsbrüdern Mut.
Zahlreiche Verfolgung
„Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass es auch heute zahlreiche Menschen gibt, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden und es mit dem Leben bezahlen müssen“, sagte am Montag in einer Predigt zum Fest des Heiligen Stephanus, des ersten Märtyrers der Kirche. Global betrachtet gehören Christen zu den am stärksten aus religiösen Gründen verfolgten Gemeinschaften. Dies gilt insbesondere für die Länder China, Nordkorea, Indien, Afghanistan, Somalia, Jemen, Saudi-Arabien, Ägypten, Irak, Türkei und Nigeria.