Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: EKD: Lutherjahr als Jahr der Ökumene

Liborius Verlagsgruppe Bayerisches Sonntagsblatt Liborius Magazin Liboriusblatt
Montag, 21. Mai 2012 Hermann Joseph , Erenfrid
Augenblicke|Nachrichten|Wissen|Unser Glaube|Specials|Forum|E-Cards|Spiele

Etappen Ihres Lebens: Taufe | Kommunion | Firmung | Ehe | Trauer

Drucken | Versenden | Mail an die Redaktion

Kirche und Ökumene

EKD: Lutherjahr als Jahr der Ökumene

Am gestrigen Sonntag hat die Synode der Evangelischen Kirche in Magdeburg begonnen. Noch einmal wurde Enttäuschung über Trennendes beim Papstbesuch artikuliert.

In zentralen Fragen weit auseinander: Die Evangelische Kirche und der Papst (Foto:dpa).
In zentralen Fragen weit auseinander: Die Evangelische Kirche und der Papst (Foto:dpa).

„Brennende Fragen des ökumenischen Dialogs wurden gar nicht oder nur missverstehend und missverständlich angesprochen“, betonte der Ratsvorsitzende der EKD, Nikolaus Schneider, in seinem Eingangsbericht.  so Schneider. Er blickte zurück auf die Predigt von Papst Benedikt XVI. im Erfurter Augustinerkloster. Zwar habe Benedikt XVI. selbst einen „starken ökumenischen Akzent gesetzt, indem er 500 Jahre nach Martin Luthers Romreise gleichsam einen „Gegenbesuch“ im Erfurter Augustinerkloster in Erfurt“ abgestattet habe. „Konkrete und ermutigende Anstöße für die ökumenisch-theologische Weiterarbeit in den Fragen des Amts- und des Kirchenverständnisses sind jedoch ausgeblieben“, ließ Schneider Enttäuschung durchblicken. Allerdings habe der Papst auch, so Schneider, in der nichtöffentlichen Begegnung der Delegationen „die lebenslange Suche Martin Luthers nach einem gnädigen Gott und damit dessen reformatorische Fragestellung“ gewürdigt.

Ökumene der Gaben

Schneider spricht sich dafür aus, eine „Ökumene der Gaben" zu entwickeln. Die unterschiedlichen Profile könnten dann als Ergänzungen und Bereicherungen verstanden werden. Wichtig ist es dem Ratsvorsitzenden der EKD, dass nicht die „Abgrenzungen oder Identitätsstärkungen zu Lasten des anderen“ im Mittelpunkt der ökumenischen Debatte stehen. Im Lutherjahr 2017 sieht Schneider offenbar eine Chance, das Thema Ökumene noch einmal stärker in den Blick zu nehmen.  Er lud daher die „römisch-katholischen Geschwister“ zur gemeinsamen Feier des Reformationsjubiläums ein. Die Kirche habe die Aufgabe, sich zu öffnen und „missionarisch nach außen zu wirken.“

Hoffnung auf 2017

Die Präses der Synode der EKD, Kathrin Göring-Eckardt sieht in der Ökumene „eine der wichtigsten Aufgaben für uns. Aufeinander zu hören und zuzugehen, miteinander zu reden und auch miteinander zu feiern - das ist unser Auftrag.“  Auch sie hofft über gemeinsame Impulse im Jahr 2017 und betont die Gemeinsamkeiten und nicht das Trennende: „Wir feiern die Wiederentdeckung des Evangeliums, die den Menschen die Angst nahm, wir feiern die Einkehr bei Gott, der in Christus Mensch wurde. Und wir feiern den Aufbruch in eine Welt, die freie, selbstbewusste und verantwortliche Menschen braucht.“ Die Erfahrung christlicher Freiheit erschüttere nicht nur Mauern. „Es ist die Freiheit, die uns sagen lässt: Wir wissen von Umbrüchen und auch von Rückschritten. Aber wir sind nicht ohnmächtig ausgeliefert, wir müssen nicht in Angst und Trauer ertrinken. Sondern wir wissen immer wieder von der Hoffnung und können zuversichtlich sprechen: Die Reformation hat uns frei gemacht zu zweifeln und zu glauben.“




Übermittlung Ihrer Stimme...
5.0 (6 x bewertet)


Die Kommentare der Liborius-User:


von Agnes Tappe

am Dienstag, 8. November 2011

Ich kann die Gefühle von Präses Schneider sehr gut nachvollziehen. Auch ich war sehr enttäuscht, obwohl
ich mir garnicht erst gestattet habe, zu viel zu erwarten.
Aber n i c h t s ist eindeutig zu wenig. Ich bin als Katholikin seit fast 40 Jahren mit einem evangelischen
Christen verheiratet und fühle mich von meiner Amtskirche irgndwie nicht richtig wahrgenommen.
Schade, wieder eine Chance verpasst, lieber Papst.
Bitte bitte, nicht weiter so. Unsere Kirche braucht für
die Zukunft eine entstaubte Perspektive, und ein bisschen Demut stünde Rom gut zu Gesichte, wenn ich
an den Umgang mit Reformatoren und Neuerern denke. Eppur si muove - und sie bewegt sich doch????

Übermittlung Ihrer Stimme...
noch nicht bewertet
 

von Irina

am Montag, 7. November 2011

Auch ich bin der Meinung, daß die Katholiken und Portestanten aufeinander zu gehen sollten. Denn es kommt doch auf den Glauben im Herzen an und darauf, zu versuchen, nach Gottes Willen zu leben, also Jesus nachzufolgen. Das ist ein Christ, egal welche Konfession er hat.

Übermittlung Ihrer Stimme...
2.8 (4 x bewertet)
 
 

Ihre Meinung zu diesem Thema (Sie müssen nicht angemeldet sein):

Ins Gästebuch eintragen
  (wird nicht angezeigt)
(* Pflichtfeld)

Das Beste aus der katholischen Erlebniswelt