Noch heute lassen viele Katholiken ihre Krippen stehen oder den Weihnachtsschmuck hängen, bis das Lichtmessfest den Abschied von der Weihnachtszeit einläutet. Nach dem liturgischen Kalender der Kirche endet die Weihnachtszeit inzwischen mit der Taufe des Herrn. Das ist der Sonntag, der dem Dreikönigstag folgt.
Mariä Reinigung
Ursprünglich wurde das Lichtmessfest auch Mariä Reinigung genannt. Die Bezeichnung geht zurück auf einen jüdischen Reinigungsritus. Darnach galt eine Frau 40 Tage nach der Geburt eines Jungen und 80 Tage nach der Geburt eines Mädchens als unrein. Mit dem Ablauf dieser Zeit musste sie als so genanntes Reinigungsopfer im Tempel ein Schaf und eine Taube abgeben.
Darstellung des Herrn
Das Fest Mariä Lichtmess wird seit der Liturgiereform im Kirchenkalender als Darstellung des Herrn gefeiert. Auch dies geht auf einen jüdischen Ritus zurück. In Erinnerung an die Rettung der Erstgeborenen Israeliten wird der erstgeborene Sohn als Eigentum Gottes angesehen und ihm im Tempel übergeben. Durch ein Geldopfer oder Tierersatzopfer ist das Kind dann wieder auszulösen.
Entstehung des Festes
Das Fest entstand etwa im 4. Jahrhundert in Jerusalem. Ab dem 5. Jahrhundert wurde es von Lichterprozessionen begleitet. Ab dem 6. Jahrhundert feiert man das Fest am 2. Februar. Zuvor wurde der Festtag vom Fest Erscheinung des Herrn aus berechnet.
Blasiussegen
Die Kirche feiert den Tag mit Kerzensegnungen, da man den gesegneten Kerzen oftmals eine Unheil abwendende Wirkung zuschrieb. In dieses Bild passt auch der Blasiussegen, der im Anschluss an die Liturgie des Lichtmesstages erteilt wird. Am Vorabend des Gedenktages des Heiligen Blasius wird dieser Segen den Gläubigen mit zwei gekreuzten Kerzen gespendet. Der Priester spricht dabei: „Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.“
Der Heilige Blasius gilt als Schutzpatron der Ärzte, Musikanten, Weber und Wollhändler. Sein Beistand hilft gegen Halsbeschwerden, Blasenleiden, Blutungen, Zahnschmerzen, Geschwüre und Pest. Blasius ist einer Vierzehn Nothelfer der Katholischen Kirche.